«Hormone - wie sie uns alle von Geburt bis ins Alter beeinflussen» | Uchenna Kennedy & Susanna Weidlinger

Shownotes

Hormone steuern unseren Körper ein Leben lang – von den ersten Lebensmonaten bis ins hohe Alter.

Doch sie wirken nicht bei allen gleich. Herzinfarkte, Osteoporose, Impfreaktionen – sind je nach Geschlecht unterschiedlich häufig und äussern sich anders. Wer das nicht weiss, diagnostiziert zu spät, behandelt falsch. Das kann Leben kosten.

In dieser Folge erklärt Dr. med. Uchenna Kennedy, Kinderchirurgin am Universitären Kinderspital Zürich, wie bereits kurz nach der Geburt hormonelle Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sichtbar werden. Dr. med. Susanna Weidlinger, Gynäkologin und Expertin für hormonelle Gesundheit am Inselspital Bern, zeigt, warum Osteoporose gefährlicher ist als Brustkrebs – und trotzdem kaum behandelt wird.

Ein Gespräch über stille Gefahren, hartnäckige Wissenslücken – und darüber, was jede und jeder von uns tun kann.

Take Home Messages:

  • Mädchen und Jungen reagieren unterschiedlich auf Impfungen – das Wissen ist da, aber noch nicht in der Praxis angekommen.
  • Osteoporose tötet häufiger als Brustkrebs – und wird trotzdem zu wenig behandelt. Östrogen und Testosteron schützen die Knochen. Wenn sie sinken – bei Frauen nach den Wechseljahren, bei Männern ab 30 – verliert der Knochen an Dichte.
  • Die Perimenopause verursacht Hitzewallungen, Migräne und Stimmungsschwankungen. Der Grund: Der Körper schwankt zwischen zu viel und zu wenig Östrogen.
  • Eine echte Andropause gibt es nicht. Aber Testosteron sinkt bei Männern ab 30 um etwa 1 % pro Jahr – mit Folgen wie Schlafstörungen, Muskelabbau und Stimmungsschwankungen. Das ist behandelbar.
  • Gesund essen, ausreichend bewegen, genügend schlafen – jeden Tag. Das ist der stärkste Hebel für einen gesunden Hormonhaushalt. Für alle Menschen.

Habt ihr Fragen, die ihr Bigna Silberschmidt mitgeben wollt oder eine spannende Anekdote zu erzählen? Schreibt ihr auf Instagram: www.instagram.com/bignasilberschmidt/ oder schickt uns ein Mail an kontakt@uebergendermedizin.ch.

Dieser Wissenspodcast ist nur möglich dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Philas Foundation. Die Stiftung setzt sich ein für eine geschlechtersensible Medizin. www.philas-foundation.ch

Moderation und Redaktion: Bigna Silberschmidt Eine Produktion von FatzerImbach AG www.fatzerimbach.ch

Transkript anzeigen

00:00:00: Heu miteinander, schön seid ihr dabei beim Podcast über Gendermedizin und warum sie das Leben von Frauen und Männern und generell aller Menschen angenehmer macht.

00:00:11: Und der Medizin ist eine Ungleichbehandlung der Geschlechter oft gesünder – ja Sie kann sogar lebend retten!

00:00:17: Mein Name ist Finja Silberschmidt.

00:00:19: Ich bin Journalistin und Host dieses Podcasts, und hole für euch Folge-für-Folge wissenschaftliche Antworten und praktische Tipps von Expertinnen und Experten etwa zu unterschieden bei Hormonen, Schlafverhalten mentaler Gesundheit oder Schmerzempfinden – auch immer dabei Fragen von euch!

00:00:39: In Folge zwei nehmen wir Testosteron, Östrogen und Co.

00:00:43: unter die Lupe.

00:00:44: Wie beeinflussen Hormone die Geschlechter?

00:00:47: von der Zeugung bis ins hohe Alter.

00:00:50: In welchen Lebensphasen fordern uns Hormone richtig heraus, wann schützen sie uns?

00:00:55: und wo kann die Gendermedizin den Alltag von uns allen verbessern?

00:01:00: Wir reden darüber – ich freue mich sehr auf meine heutigen Gästinnen bei den unterschiedlichen Gebieten unterwegs!

00:01:07: Eine weiß viel über Hormonen von Kindheit bis zur Pubertät, die andere ab dem Erwachsenenalter.

00:01:15: Heute dürfen wir im Inselspital Bern aufzeichnen bei Susanna Weidlinger, Oberärztin in der Gynakologie und Präsidentin der Schweizerischen Menopause-Gesellschaft.

00:01:26: Grüezi!

00:01:27: Danke, dürfen wir hier sein?

00:01:29: Hallo ich freue mich auch dass ich dabei sein darf.

00:01:32: Ja Hormone begleiten uns alle ein Leben lang.

00:01:35: deshalb zuerst gleich die Frage was sind Hormonen überhaupt?

00:01:38: Hormone sind Botenstoffe, die in verschiedenen harmonbildenden Organen oder sogenannten Harmondrüsen wie z.B.

00:01:45: der Schilddrüselt oder dem Eierstock oder dem Hoden produziert werden und dann teilweise an weit entfernten Effektororganen bestimmte Reaktionen auslösen.

00:01:59: Ist es

00:01:59: z.B.,

00:02:00: wenn der Eierstock östrogen ausschüttet, dann führt das zum Pustwachstum bei der Frau oder zum Auslösen des Menstruationszykluses?

00:02:08: Oder im Hoden produzierte Testosteron führt z. B. zum Peniswachstums, zum Hodenwachstumes zur Ausbildung der Geschlechtsbehaarung?

00:02:19: Die bekanntesten Hormone sind wohl Testosteronen und Östrogen.

00:02:24: haben wir alle diese Hormonen in uns!

00:02:29: Männer als auch Frauen haben Östrogen, als auch Testosteron.

00:02:33: Wir haben also beides.

00:02:35: Einen großen Unterschied gibt es in der Menge.

00:02:38: So haben Männer zehn bis zwanzigfach mehr Testosteronen als Frauen und Frauen haben zyklusabhängig zwei- bis zehnfach mehr Österogen im Vergleich zu den Männern.

00:02:51: Und was das bedeutet?

00:02:52: Darüber sprechen wir später.

00:02:55: Meine zweite Gesprächsgästin ist Ucena Kennedy, Kinderchirurgien und Oberärztin am Kinderspital Zürich mit Schwerpunkt Kinder-Urologie.

00:03:05: Herzlich willkommen!

00:03:06: Danke vielmals.

00:03:07: ich freue mich hier zu sein.

00:03:09: Ja eine Urologin ist im allgemeinen Verständnis eine Ärztin für Männer.

00:03:14: Sie sind Kinderurologin.

00:03:17: Erklären sie kurz ihren Beruf.

00:03:19: Genau das ist so, dass die meisten an das denken wenn man Urogin sagt.

00:03:24: Kinderurologin beschäftigt sich mit der Chirurgie im Bereich der Niere, der ableitenden Harnwege, der Blase und dem Genitalbereich.

00:03:32: Mein Schwerpunkt liegt bei der Uroginekologie also alle angeborenen Varianten bei Mädchen im Genital-Bereich und auch ich betreue intergeschlechtliche Kinder und ihre Familien

00:03:44: Und sie sind Gendermedizin-Spezialistin, haben ein CIS Sex and Gender Medicine gemacht.

00:03:51: Was sind die Gründe, dass Sie sich da für entschieden haben?

00:03:53: In meiner klinischen Tätigkeit beschäftige ich mich sehr stark mit dem Thema Gender Identität und auch mit den Geschlechts- und Genitalorganen.

00:04:02: Daher hat mich dieses Thema von Anfang an direkt fasziniert und interessiert.

00:04:07: Es war eine Stelle dafür ausgeschrieben um mir eine Basis zu schaffen Grundsätzliche Kenntnisse zu erlangen, habe ich diesen C.A.

00:04:16: es dann durchgeführt.

00:04:17: Wir sprechen heute über Hormone und was die mit uns machen und haben uns bei der Bevölkerung umgehört, was sie beschäftigt dazu.

00:04:28: Also ich habe das Gefühl, ich bin immer gleich.

00:04:30: Meine Freundin merkt es auch nicht.

00:04:32: Mir geht viel zu sagen, mir geht viel

00:04:33: zur freischägigen

00:04:33: Niveau anders sich getroffen

00:04:35: oder

00:04:35: hat Hungerattack oder so

00:04:37: Und ich hingegen gar nicht.

00:04:38: Vielleicht kann ich es auch als Hormon identifizieren.

00:04:41: Ich bin dann eher so an.

00:04:43: Wahrscheinlich bin ich gestresst, aber

00:04:44: vielleicht

00:04:45: wären es auch die Hormonen, wo wir sagen, das spielt alles

00:04:47: ein bisschen verrückt, aber einsetzen

00:04:48: und ändern.

00:04:49: Ich habe zu viel zu tun oder das grosse

00:04:51: Stress im

00:04:51: Leben.

00:04:52: Also ich habe mich im Studium stark mit dem Thema auseinandergesetzt.

00:04:56: Aber gerade eigentlich

00:04:57: später, als ich starke Stresserfahrungen gemacht habe beim Studium

00:05:03: kombiniert mit Schaffen, merkte ich den Einfluss, dass meine Hormone wahrscheinlich

00:05:08: nicht

00:05:09: im Gleichgewicht

00:05:10: sind... Es ist spontan, dass

00:05:11: es ziemlich einen starken

00:05:13: Einfluss hat auf eigentlich alles.

00:05:16: Auf den Schlaf und das tägliche Leben.

00:05:18: aber viel mehr im Detail, weiss ich ehrlich gesagt nicht.

00:05:20: Ich glaube es betrifft

00:05:22: nicht nur Frauen,

00:05:23: sondern auch Männer und eigentlich alle.

00:05:24: Und ich glaube man

00:05:25: sollte sich einmal mehr damit auseinandersetzen.

00:05:28: Ja, das tun wir.

00:05:29: Wir setzen uns damit auseinander und kommen sicher auf die eine oder andere Aussage noch zu sprechen, beginnen wir doch ganz von vorn.

00:05:37: Uchena Kenne, die Abwahn spielen Hormone in unserem Leben eigentlich eine Rolle?

00:05:42: Ja da kann man sagen wirklich ganz von Anfang an nämlich bereits während der Schwangerschaft.

00:05:48: Vielleicht beginne ich ganz von vorne, am Anfang entwickeln sich beide Geschlechter gleich oder alle Geschlechte gleich und so ab der sechsten sieben Schwangerschaftswoche spielen dann die Gene also die DNA-Kormosomen eine erste Rolle.

00:06:02: Die entscheiden oder beeinflussen dass sich unsere Keimdrüsen entweder in Hoden oder in Eier stecken oder irgendeine Variation davon entwickeln.

00:06:12: und diese Keimdrüsen bilden dann eben die Hormone.

00:06:15: Ich denke, hier haben wir schon erwähnt die bekanntesten sind Testosteron und Estrogen.

00:06:20: Und beispielsweise das Testosterone hat dann einen ganz wichtigen Einfluss auf die Entwicklung der Geschlechtsorgane also auf die Ausbildung des Penis oder des Nebenhodens und auch auf die Entwicklung weiterer Organe.

00:06:34: zum Beispiel weiß man dass das Testostoron auch einen Einfluß auf das Gehirn

00:06:38: hat.

00:06:39: Und man sagt ja auch immer wieder Stress in der Schwangerschaft, also durch die Mutter oder durch den Partner oder die Partnerin hat auch einen Einfluss auf das Ungeborene.

00:06:49: Inwiefern stimmt das eigentlich?

00:06:51: Genau!

00:06:52: Das sagt man – ich denke ganz klaren Mechanismus weiß man

00:06:57: nicht.

00:06:57: Es gibt aber zum Beispiel Studien aus der Vergangenheit, als es ein hunges Not gab und da hat man gesehen dass hier wahrscheinlich die Epigenetik eine Rolle spielt.

00:07:07: also das ist die Veränderung des Erbgutes im Nachhinein und dass so zum Beispiel wenn eine Mutter unter Hunger leidet was Stress für den Körper ist, dass das einen Einfluss auf kardiovaskuläre Risiko, also zum Beispiel auf das Herzinfarkt-Risiko für das zukünftige Kind haben kann.

00:07:28: Also im Bauch schon spielen Hormone eine Rolle?

00:07:32: Wie ist es wenn das Kind dann auf der Welt ist?

00:07:36: Also eben im Baach hat man sehr viel Hormonwirkung.

00:07:39: Man ist einer hohen Hormonenmenge ausgesetzt und nach der Geburt ist es eigentlich so dass diese Hormones ziemlich stark abfallen.

00:07:48: Dies führt dann wahrscheinlich wieder in einem zweiten Schritt zu einer Aktivierung der Hormonachse.

00:07:54: Und so sieht man zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat aus Peak, die sogenannte Minipubertyphase.

00:08:02: Ist das übersetzt?

00:08:04: Die Minipupertät

00:08:06: habe

00:08:06: ich noch nie gehört!

00:08:08: Hat dich eigentlich wirklich im ganzen Studium auch nie gehört und ich finde es ist eine total spannende Phase, weil in dieser Zeit wird die ganze Hormonachse der Sexualhormone aktiviert.

00:08:19: Und man kann die Hormonenwerte messen und sie sind fast gleich hoch wie in der wirklichen Pubertätspäte.

00:08:25: Was sagt uns diese Minipubertät aus?

00:08:30: Die Bedeutung der Minipubbeteit ist wahrscheinlich noch der letzte Schritt in der Entwicklung der Geschlechtsorgane.

00:08:37: Zum Beispiel sieht man das Hoden, die nicht ganz ins Hodenseckchen gewandert sind während der Schwangerschaft, dass sie dann mit diesem letzten Hormondos nach unten wandern.

00:08:50: Und für uns aus medizinischer Sicht ist es natürlich rein diagnostisch eine ganz wichtige Phase, weil wir in dieser Zeit die Hormonachse prüfen können.

00:09:00: Danach kann man bei Kindern für sehr lange Zeit eigentlich gar keine Geschlechtshormone mehr messen – das ist die sogenannte hormonelle Ruheperiode, die bis zur eigentlichen Pubertät dann andauert.

00:09:13: Heißt das?

00:09:14: In der Kindheit eigentlich bis zur Pubertäd spielen Hormone Keine Rolle mehr.

00:09:22: Genau.

00:09:23: Ich glaube, genau.

00:09:24: man muss immer sagen die Sexualhormone spielen keine Rolle.

00:09:28: Die anderen Hormonen, die Schilddrösenhormonen... ...die Quartisolachse, den Nebennierenrindenhormonen,... ...die Nebenschilddrüsenharmone und so weiter spielen sehr wohl eine Rolle.

00:09:38: Aber ja, die Sexual-Hormonachse ist so gut wie stillgelegt.

00:09:43: Und gibt es in dieser Phase Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen oder zwischen den Geschlechtern?

00:09:49: Ja, das ist zwar auch.

00:09:50: in diese Phase sieht man Unterschiede Zwischen den Geschlächten.

00:09:53: Natürlich kann man sagen dass die interindividuelle Variabilität sehr groß ist und heisst größere als die Unterschiede die man zwischen den geschlechten sieht.

00:10:03: Es gibt aber schon bestimmte Bereiche wo man Geschlechtsunterschiede feststellen kann.

00:10:11: Beispielsweise beginnen wir gleich nach der Geburt.

00:10:14: Angeborene Fehlbildungen sind häufiger bei Jungen im Vergleich zu Mädchen.

00:10:19: oder man weiß auch, dass zum Beispiel bei früh geborenen Kindern die männlichen Babys also früh geborenen anfällige sind auf zb eine Schädigung des Hirns durch eine Infektion und einen Sauerstoffmangel.

00:10:34: Wahrscheinlich hat das mit dem Testosteroneinfluss während der Schwangerschaft der Geburt zu tun.

00:10:42: Und wie sehen die Einflüsse im weiteren Verlauf der Kinder auch

00:10:46: aus?

00:10:46: Also sagen wir, im Kindergarten Schulalte sieht man Unterschiede vor allem zum Beispiel in Bereich der kognitiven Entwicklungsstörungen.

00:10:55: also als Beispiel würde ich Artismus-Spektrum oder ADHS nennen das sehr viel häufiger bei Jungs und bei Knaben im Vergleich zur Mädchenauftritt.

00:11:05: Wahrscheinlich ist dort der Unterschied weniger an die Hormone gebunden, sondern mehr an die Gene als an die Chromosomen.

00:11:12: Da haben ja die Mädchen zwei X-Chromosomen und die Jungs haben XY und viele Gene, die hier eine Rolle spielen, liegen auf diesen X-Kromosomen.

00:11:24: Und deshalb haben wahrscheinlich die Mädchens mehr Kompensation, dass sie zwei solche Chromosome

00:11:30: haben.".

00:11:31: Was wäre denn ihre Empfehlung?

00:11:35: sollte man da irgendwie besser darauf eingehen?

00:11:37: jetzt auf.

00:11:38: Jungen in diesem ja, jungen Alter?

00:11:41: Ja ich denke uns sind doch einige Unterschiede bekannt.

00:11:45: wenn ich zum Beispiel mit meinen Kollegen von der Neonatologie spreche dann wissen die das und es gibt auch einige Studien die das wirklich belegen dass es hier Unterschiede gibt.

00:11:55: was ich denke was wichtig ist ist dass man hier wirklich auf die Frühförderung achtet, dass man versucht möglichst früh wenn man einen Unterschied kennt und weiß als es Folgen für das ganze Leben haben kann.

00:12:06: Dass man versucht diese Kinder möglichst früh zu unterstützen eben in einem Weg wo man näher zur individualisierten Medizin geht.

00:12:15: was wir sehen zum Beispiel bei diesen kognitiven Entwicklungsstörungen ist dass das Spektrum bei den Jungs bereiter ist.

00:12:21: also man hat mehr Outliers mehr Jungs die zb im sehr hohen Intelligenzbereich sind und dafür auch mehr im tieferen Bereich.

00:12:30: Und die Mädchen befinden sich eher in der Mitte, aber über das ganze Spektrum hinweg ist natürlich die individuelle Variabilität noch viel größer.

00:12:40: Aber auch Mädchen gewisse Nachteile?

00:12:43: Die überschießende Antwort des Immunsystems gehört sicher zu den Nachteilen in dem Sinne.

00:12:50: Zum Beispiel könnte man das Beispiel der Impfungen nennen, dass ich sehr spannend finde weil es uns ja alle betrifft.

00:12:55: Bei den Impfungen sieht man, dass die Mädchen zwar besser auf die Impfung ansprechen sie entwickeln höhere Impftitel bei der gleichen Dosis beispielsweise aber sie haben auch ein höheres Risiko für Nebenwirkungen durch die Impfungen und da Würde ich mir jetzt für die Zukunft wünschen, dass man vielleicht die Impfdosen anpassen könnte an geschlechtsspezifische Dosen.

00:13:18: Hätten Sie da Empfehlungen der Gender-Spezifischen in der Behandlung von Mädchen und jungen allgemein Kindern?

00:13:27: Ich glaube das ist ein bisschen der Punkt, an dem wir stehen mit der Gendermedizin.

00:13:32: Wir haben in den vergangenen Jahren viele Unterschiede gefunden, viele unterschiede beschrieben.

00:13:37: Aber es hat noch nicht immer den Weg in die medizinischen Leitlinien und in die tägliche medizinische Praxis gefunden.

00:13:45: Das heißt mein Wunsch ist das, dass wir wirklich Forschung und Studien haben, die an der Umsetzung arbeiten wie wir dieses wissen?

00:13:53: Dass wir aus den vergangem Studien haben umsetzen können geschlechtsspezifische Dosierungen beispielsweise etablieren könnten.

00:14:03: Also zum Beispiel bei den Impfdosen?

00:14:07: Ja, die wohl bekannteste Phase kommt nach der Kindheit wenn die Hormone so richtig sich zu zeigen beginnen ja manchmal auch verrückt spielen.

00:14:17: welche

00:14:18: Aufgabe

00:14:18: welche Einflüsse haben sie in der Pubertät bei Jungen und Mädchen?

00:14:25: Ja, in der Pubertät spielen die Hormone natürlich eine absolut zentrale Rolle.

00:14:32: Ich sage den Kindern immer man entwickelt sich eben von Mädchen zur Frau oder vom Jungen zum Mann oder einfach zu einem erwachsenen Menschen und zum einen gehört dazu natürlich auch die Entwicklung der Geschlechtsmerkmale aber Es hat auch einen Einfluss auf ganz viele andere Organe.

00:14:50: Zum Beispiel auf das Wachstum, also auf die Muskulatur und den Knochen.

00:14:55: Und am Ende sieht man dann noch die letzten Effekte wie beispielsweise den Stimmbruch.

00:15:00: Jetzt zeigen neuere Studien dass Mädchen immer früher in die Pubertät kommen.

00:15:05: Warum?

00:15:09: Dass über die Zeit darstellt, dann sieht man das im Vergleich zu sagen wir mal vor hundert Jahren dass tatsächlich die Pubertät früher beginnt.

00:15:17: Sagen wie vor hundert Jahren ist man mit siebzehn in die Puvertät gekommen und heute ist es mit zwölf.

00:15:23: aber wenn man die letzten dreißig vierzig Jahre anschaut ist dieser Unterschied nicht mehr so groß.

00:15:29: Ich denke, es hat wahrscheinlich viel damit zu tun dass man eine gute Ernährung einen gesunden Lebensstil hat und das so der Körper die Möglichkeit hat bereits früher in die Pubertät zu treten.

00:15:42: Sehen Sie das auch so?

00:15:43: Das sehe ich auch so.

00:15:44: da gibt's so einen säkulären Trend und die Hauptursachen die man annimmt sind wie du schon gesagt hast sind vor allem eine bessere medizinische Versorgung heutzutage also chronische Krankheiten und Infektionskrankheiten einfach besser therapiert werden können, dass die Leute insgesamt gesunder sind.

00:16:04: Und dass wir einfach besser ernährt sind teilweise auch fast überernährt.

00:16:08: Zum Auslösen der Pubertät braucht es einerseits einen gewissen Energielevel im Körper und natürlich ist das auch von der Genetik beeinflusst.

00:16:20: In Diskussion wieso die Pubertäte immer früher kommt, aber da gibt es wenig wissenschaftliche Belege dafür sind auch endokrine Disruptoren.

00:16:29: Also irgendwelche chemischen Stoffe wie Phthalate oder Bisphenol A, dass die auch daran, also Hormonstörer beteiligt sind, aber ja, die Datenlage ist auch schwach.

00:16:39: Ich glaube das ist vor allem der medizinische Versorgung, die besser ist als noch vor hundert Jahren und der Ernährungszustand, der deutlich besser ist.

00:16:46: Wieso kommen denn nicht Jungen auch früher in die Pubertät?

00:16:51: Das ist wahrscheinlich auch der Fall.

00:16:53: Es ist einfach viel weniger gut belegt und auch viel weniger ersichtlich.

00:16:59: Bei Mädchen, die erste Menstruationsblutung im Leben eines Mädchens oder einer Frau, ist so ein zentraler einschneidender Moment.

00:17:09: fast jedes Mädchen weiß mit welchem Alter es das hatte.

00:17:12: Das

00:17:13: ist in dem Fall vielleicht noch nicht so gut untersucht?

00:17:17: Und es ist nicht zu gut untersuchten und auch schleichender!

00:17:19: Es gibt dieses eine einschneidende Erlebnis.

00:17:22: Gibt es bei den Buben?

00:17:24: In dem Sinne nicht!

00:17:25: Ja, genau und ich denke schon dass diese Sackuläre trennt schon auch die Jungs betrifft natürlich.

00:17:31: aber wie du gesagt hast das Offensichtliche die Menarche also die erste Demonstrationsblutung ist natürlich viel einfacher festzuhalten als der Wachstumsschub oder vielleicht das Hodenwachstum.

00:17:41: Würden sie sich hier wünschen dass irgendwo noch mehr Forschung betrieben würde?

00:17:46: Ich glaube, was mich fasziniert an den Hormonen und ich sehr spannend finde ist eben.

00:17:50: Was sind denn genau die Auslöse für die Pubertät?

00:17:53: Oder was sind die Ausläuse für die Minipubertät.

00:17:55: das ist etwas, was wir noch nicht ganz genau beantworten können.

00:17:59: Und was ich denke ... Das ist ein sehr spannendes Thema!

00:18:04: Nun neben den

00:18:05: Homonen in der Pubertäte sind Hormone wohl am bekanntesten im Zusammenhang mit dem Zyklus der Frau.

00:18:13: Warum haben Frauen eigentlich solche hormonellen Schwankungen?

00:18:18: Der Menstruationszyklus ist ja eigentlich dafür da, um uns zu reproduzieren.

00:18:24: Und das ist ja eine der wichtigsten Aufgaben des menschlichen Daseins.

00:18:27: ansonsten würden wir ja aussterben.

00:18:30: und der Menstruation-Zyklus sorgt immer dafür dass in der ersten Zyklosphase ein Eibläschen heranwächst und wieder einen Eissprung haben und in der zweiten Zyklushälfte potenziell sich eine Schwangerschaft in die Gebärmutter-Schleimhaut einnistern kann.

00:18:46: Und es wird mit dem Menstruationszyklus immer dafür gesorgt, dass quasi immer ein gutes Bett für den Embryo da ist und das wieder.

00:18:54: der ersten Zyklus Hälfte baut sich die Gebäermutterschleimhalt unter den steigenden Östrogenspiegeln.

00:19:00: durch das wachsende Eibläschen baut sie die Gebähremutterscheimhalt auf und in der zweiten Zyklushälfte wendern das Eibläßchen... gesprungen ist, wenn es zum Eisprung gekommen ist.

00:19:10: Dann entsteht der Gelbkörper und er produziert plötzlich auch Progesteron.

00:19:15: Und Progesteron sorgt dafür dass diese hoch aufgebaute Gebärmutterschleimhaut umgewandelt wird.

00:19:20: ganz aufnahmefähig wird das für den Fall dass es zu einer Befruchtung der Eizelle gekommen wäre und da ein Embryo da wäre dass sich der quasi in der Gebärmutter Schleim hat ganz gemütlich machen könnte sich einnisten könnte.

00:19:33: Wenn nach zwei Wochen Also die zweite Zyklusphase dauert auch circa zwei Wochen, wie die erste.

00:19:39: Wenn nach zwei Wochen kein Embryo sich da drinnen in der Schleimhaut gemütlich gemacht hat dann gibt es da keinen HCG, keinen Schwangerschaftshormon und dann ist das das Signal für den Gelbkörper dass er zugrunde geht, dass die Progesterone- und Oestrogenproduktion quasi abfällt.

00:19:58: Die Schleimhaut wird dadurch instabil, es wird alles sauber ausgestoßen aus der Gebärmutter und dann beginnt das alles wieder von vorne und es wird wieder ein frisches schönes Bett aufgebaut und im nächsten Zyklus potentiell versucht schwanger zu werden.

00:20:16: Und bei Frauen zeigen sich diese ganzen Phasen ja teilweise in Stimmungsschwankungen zu den unterschiedlichen Zeiten oder mit Heiß-Hungerattacken oder was auch immer.

00:20:30: Gewisse, wir haben es in der Umfrage gehört und spüren das offenbar gar nicht.

00:20:35: Warum ist das so?

00:20:37: Ja, das ist genetisch bedingt.

00:20:40: Man muss ehrlich sagen, siebzig bis achtzig Prozent aller Frauen nehmen irgendwelche zyklusassoziierten Symptome wahr.

00:20:50: Aber ein sogenanntes prämensdrelles Syndrom, dass man vor allem in der zweiten Zyklosphase hat ... wo ja Progesterone und Oestrogen die Spiegel sehr, sehr hoch sind.

00:21:02: Daran leiden circa zwanzig bis dreißig Prozent aller Frauen also die wirklich zyklusassociierte Beschwerden haben wie zum Beispiel körperliche Symptome, Blähungen oder Wassereinlagerungen oder Migräneattacken oder auch psychische Instabilitäten Weinerlichkeit Reizbarkeit genau Impulsivität.

00:21:25: zwanzig plus dreißig Prozent der Frauen haben ein premensduelles Syndrom.

00:21:29: Kann ich das dazwischenfragen?

00:21:30: Aber es gibt ja da sicherlich auch einen gesellschaftlichen Faktor oder man sagt doch, dass es in gewissen Ländern viel häufiger ist als premensdelisindrome als in anderen.

00:21:40: Das hängt einfach damit zusammen wie Symptome interpretiert werden und auch in der Menopausenmedizin.

00:21:45: zum Beispiel in den japanischen Ländern haben nur zehn Prozent aller Frauen Menopausenbeschwerden oder klagen über solche Symptome, während in unseren breiten Graden zu achtzig Prozent der Frauen menopausend Beschwerden haben.

00:21:59: Genau, aber das hängt einfach mit der Sozialisation zusammen.

00:22:04: In Japan sind Frauen in der Menopause gelten als besonders weise und als besonders wertvoll für die Gesellschaft, während jetzt im europäischen Raum man die Menopausen eher tabuisiert.

00:22:16: Und eher negativ belegt mit einem Verlust der Fruchtbarkeit, mit einem verlust de Attraktivität, mit dem Eintritt in die zweite weniger wertvolle senile Lebensphase her.

00:22:31: Genau!

00:22:32: Wenn bei den Frauen das Östrogen abzusinken beginnt, dann kommen wir in die Peri-Menopause.

00:22:39: Was geschieht da?

00:22:41: Es ist gar nicht so dass es immer nur abnimmt sondern es schwankt extrem!

00:22:46: Man kann sich das so vorstellen... Wir haben ein Hormonsystem eine Hormonachse.

00:22:54: Das Gehirn badet sehr gerne im Oestrogen und der Eierstock produziert dieses.

00:22:59: Und das ist ein perfekt getakteter Regelkreislauf in der Prämenopause, also vor der Menopause im Bereich des reproduktiven Lebensalters.

00:23:08: Da funktioniert dieses System perfekt!

00:23:10: Es ist wie ein schnurrender Motor, der schnurt wie ein kleines Kätzchen.

00:23:14: Wir produzieren jedes Monat einen Ei und sind reproduktionsfähig.

00:23:20: In der Perimenopause wird der Eierstock zunehmend schwach, zunehnend älter Lehrer.

00:23:26: Es sind nicht mehr so viele Eizellen übrig – wir werden ja mit einer Million Eizällen geboren.

00:23:31: Die werden im Verlauf des Lebens einfach auch verbraucht und abgebaut weil sie genetische Fehler anhäufen und bei Eintritt in die Menopause sind nur mehr fünfhundert Einzellen circa übrig.

00:23:46: Und je ältere wir werden, umso schwächer wird dieser Eierstock!

00:23:51: In der Perimenopause funktioniert einfach dieser Motor nicht mehr so gut, er springt nicht mehr richtig an.

00:23:57: Die Östrogenproduktion legt nicht mal richtig los.

00:24:00: wir haben richtige Östrogenabfälle teilweise bis null.

00:24:03: die Frauen haben die ersten nächtlichen Hitzewahlungen, sie haben die erste Schlafstörungen und im nächsten Moment plötzlich startet der Motor doch wieder.

00:24:11: das Pferd galoppiert doch noch einmal voll los.

00:24:14: es zeigt was es drauf hat.

00:24:16: und wir produzieren teilweise Nicht mehr ein-eili pro Monat Einverläglichen, ein Eibläschen sondern teilweise zwei-, drei-, vier Eibläßchen.

00:24:24: und die Oestrogenwerte schießen in das Juke hinaus sind höher denn je höher als sie in der Prämenopause jemals waren.

00:24:32: Und die Frauen haben die extremen Oestrogene Überschusssymptome also die haben.

00:24:37: Brustspannen Wasseranlagerungen Migräneattacken sind reizbar wie nur was Bis irgendwann der Eierstock komplett leer ist und der Motor überhaupt nicht mehr anspringt, er zündet einfach nicht mehr.

00:24:53: Und dann ist man in der Menopause.

00:24:55: Dann produziert quasi den Eierstück keinen einzigen Tropfen Oestrogen mehr.

00:24:58: aber die Perremenopause ist genau deswegen so schwer erträglich für die Frauen weil es so starke Hormonschwankungen gibt, weil es eine Berg-und Talfahrt.

00:25:08: der Oestrogenspiegel ist

00:25:10: Ja, das klingt nur schon von zuhören extrem anstrengend.

00:25:14: Gibt es eigentlich in einem biologischen Grund dass uns Frauen das Leben in Bezug auf die Hormone so in Anführungszeichen schwer gemacht wird?

00:25:25: Es ist auch tatsächlich für viele Frauen anstreggend dieser hormonelle Zyklus.

00:25:30: und dann vor allem wenn's ganz wild bergauf- und bergab geht die Perimenopause da ist es tatsächlich so dass dreißig Prozent aller Frauen eine massiv eingeschränkte Lebensqualität und Leistungsfähigkeit haben.

00:25:43: Aber der Grund ist ganz offensichtlich, wieso wir das durchmachen müssen?

00:25:47: Das ist die Reproduktion, die ist evolutionstechnisch gesehen so wichtig dass das Gehirn bis zum letzten Ende versucht auch noch das letzte Albläschen oder Eile aus dem Eierstock raus zu quetschen, zu stimulieren, zu rekrutieren wie irgendwie möglich.

00:26:05: Was man sagen kann ist ja schon Die Lebenserwartung stetig steigt.

00:26:09: Das hatten wir vorher schon.

00:26:10: auch das Thema mit der früheren Pubertät eintritt und dass dadurch diese Phase nach dem Menopause eben länger geworden ist über ... die letzten Jahrhunderte.

00:26:20: Und deshalb lernt man auch immer mehr über die Phase, zum Beispiel hat man wichtig in der Gendermedizin gelernt das bei Frauen sich das kardiovaskuläre Risiko beispielsweise deutlich ändert nach der Menopause weil sie eben nicht mehr das schützende Östrogen im Körper haben.

00:26:36: und das ist etwas Wichtiges was man wissen sollte wenn man sich um Frauen in diesem Alter kümmelt dass man darauf achtet dieses Kardiowaskulär risiko da sich verändert nicht zu verpassen

00:26:47: Also Herzinfarkte zum Beispiel.

00:26:50: Was ist eigentlich mit den Männern?

00:26:54: Spüren die die Hormone auch in ihrem Alltag?

00:26:57: In der Umfrage hat jemand gesagt, ja wenn ich Stress habe vielleicht sind das die H hormone kann das bei Männern auch einen Einfluss haben

00:27:05: also des Testosteron und er liegt auch Einem Zirkadianen-Rhythmus, also unterliegt täglich in kleineren Schwankungen.

00:27:12: Das Testosteronspiegel bei Männern ist am höchsten am Morgen und fällt langsam den Tag über ab.

00:27:19: Aber Schwankung wie das die Frau erlebt in einem achtundzwanzig Tageszyklus mit extremen Höhen und extremer Tiefen – das muss der Mann nicht mitmachen!

00:27:33: Also das kann ein Mann mit seinen geringen Testosteronschwankungen im Verlauf von vierundzwanzig Stunden auftreten, nicht annähernd nachvollziehen die Schwankungen, die das Östrogen macht.

00:27:44: Jetzt hört man auch immer wieder von einer sogenannten Andropause also quasi der... ich weiß nicht ob man das so übersetzen kann Minopause der Männer.

00:27:54: gibt es die?

00:27:55: Also die Menopause ist ja wirklich ein absolutes Aufgeben der Funktion des Eierstocks.

00:28:01: Der Eierstok stellt komplett die Hormonproduktion ein und produziert keinen Tropfen Oestrogen mehr, er streikt komplett.

00:28:11: Ein solchen Erprobten Testosteronproduktionsstopp vom Hoden gibt es in dem Sinne nicht.

00:28:19: Man weiß sehr wohl, dass jüngere Männer höhere Testosteronspiegel haben im Vergleich zu älteren Männern.

00:28:25: Man weiss das die Männer ab dreißig bis vierzig Jahren langsam immer einen zunehmend abnehmenden Testosteronespiegel habe.

00:28:34: Die Abnahme entspricht ca.

00:28:36: ein Prozent pro Jahr gemächtlich bis zu deren Lebensende aber den absoluten Testosteronstop und zu ein rapides Abfallen.

00:28:45: In kürzester Zeit erleben die Männer nicht, nein in dem Sinne im engeren Sinn eine Andropause gibt es nicht aber es gibt sehr wohl einen androgen Mangel Symptom.

00:28:55: oder wenn Männer mit zunehmendem Alter oder auch durch bestimmte Erkrankungen ausgelöst tatsächlich einen Testosteron-Mangel haben dann misst man das Testosterone mindestens zweimal und der Wert ist dann unter acht bis zwölf Nanomol pro Liter Und sie zusätzlich, also quasi nachgewiesen laborchemisch ein Testosteronmangel haben und zusätzlich symptomatisch sind.

00:29:21: Also zum Beispiel Beschwerden haben wie Schlafstörungen oder eine Schwertenmuskelaufbau oder Konzentrationsschwierigkeiten oder Stimmungsschwankungen ganz ähnlich offen als den Menopausensymptomen dann haben auch die Männer eine Indikation zur Testosteronsubstitution So wie man auch Menopausenbeschwerden mit einer Hormonesatztherapie therapieren kann.

00:29:47: Eine Frage, die uns erreicht hat, möchte ich kurz vorspielen?

00:29:51: Heutzutage werde

00:29:52: ja verschiedene Gebiete Hormontherapie

00:29:54: eingesetzt.

00:29:55: Wie schlimm sind denn die Auswirkungen auf Umwelt beziehungsweise stehen schon so viele Hormonen in unseren Gewässern, dass das auch wieder Einfluss hat auf Menschen, die einfach Leitungswasser trinken?

00:30:07: Wie sieht es aus?

00:30:08: Die Hormonebelastung der Gewässer ist vor allem durch den Menschen selber verursacht, durch unsere eigenen Produktionsstätten.

00:30:18: Also durch den Hoden und die Eierstöcke.

00:30:21: und die Hormone, die wir selber produzieren werden ja ausgeschieden in das Abwassersystem, aber natürlich auch durch hormonelle Produkte, wie zum Beispiel eine hormonelle Kontraception, Anti-Babypille oder Harmoniasatztherapien.

00:30:38: Dieses Wasser geht aber grundsätzlich ins Abwasser und in die Kläranlagen.

00:30:43: Die Klär-Anlagen filtern von der Hormone wieder heraus.

00:30:49: Der zweite große Verursacher von Gewässerverschmutzung ist die Landwirtschaft, die Nutztierhaltung produzieren auch Östrogene und scheiden sie aus.

00:31:00: Über Mist und Gülle wird das dann auf die Felde gespritzt und gelangt tatsächlich in die Oberflächengewässer Und Oberflächengewässer, die jetzt stark von solchen landwirtschaftlichen Nutztierhaltungen beansprucht sind und verschmutzt sind.

00:31:17: Da kann man tatsächlich eine erhöhte Hormon- oder Östrogenspiegel nachweisen.

00:31:22: Das führt tatsächlich nachgewiesenermaßen zur Verweiblichung von männlichen Fischen

00:31:27: nicht aber vom Menschen

00:31:29: Nicht von Menschen, genau da komme ich noch dazu.

00:31:32: Und der dritte große Ursprungs für Gewässerverschmutzung ist natürlich die Pharmaindustrie.

00:31:39: aber das ist bei weitem der kleinste Teil.

00:31:41: also der Mensch selbst ist der größte Teil.

00:31:43: und man muss wirklich sagen Hormone sind hoch potente Substanzen auch beim Leitungswasser.

00:31:49: sie sind nachweisbar aber in so geringster Menge dass das im Vergleich zu unserer eigenen täglichen Produktion überhaupt gar nicht ins Gewicht fällt zumindest heutzutage wirklich keinen Einfluss hat.

00:32:03: Es gibt Studien, die das schon anschauen neben dem Bezug auf Schwangerschaft und Neugeborene.

00:32:09: aber ich glaube zum heutigen Wissensstand den wir haben stimme ich dir absolut überein!

00:32:16: Das fällt quasi nicht ins Gewicht.

00:32:19: Haben Hormone eigentlich einen Einfluß auf die Entwicklung der Geschlechtsidentität?

00:32:25: Auch das ist ein spannendes Thema, dass viel diskutiert wird.

00:32:29: Die sogenannte Frage Nature or Nurture.

00:32:32: Hier gibt es Studien zum Beispiel eben zum Einfluss von Testosteron auf das Gehirn und es gibt beispielsweise Studien bei Rhesusaffen die zeigen die offen, die eine höhere Testosteronexposition während der Schwangerschaft hatten, dass sie ein männliches Spielverhalten an den Tag legen.

00:32:52: Also mehr irgendwie mit Backern und mit Autos spielen als mit Puppen.

00:32:58: Diese ähnliche Studien gibt es auch bei den Menschen also zum Beispiel Kinder, die XX-Hormosomen haben aber auch einen sehr hohen Testosteron oder Androgyn, also einfach männlichen Hormoneinfluss.

00:33:13: Andererseits glaube ich, dass diese Frage viel komplexer ist zu beantworten.

00:33:18: Eben wir haben zum Beispiel Menschen, also Transpersonen beispielsweise die können einen wahnsinnig hohen Testosteroneinfluss gehabt haben aber die Identität ist doch weiblich.

00:33:31: Also ich denke hier sind diese Fragen sicher noch nicht gänzlich beantwortet Aber sehr spannend.

00:33:38: Ich glaube auch das hängt von der Sozialisation ab Und auch von der Genetik.

00:33:43: Hormone haben einen großen Einfluss, aber Hormonen sind nicht schuld an allem oder bewirken nicht alles.

00:33:51: Das muss man sich immer bewusst sein

00:33:54: In Bezug auf Hormon und Krankheiten.

00:33:57: ist Osteoporose ein Risiko das zugenommen hat?

00:34:01: Ja angesichts unserer überalternden Gesellschaft.

00:34:06: Ich meine, vor circa hundertzwanzig Jahren sind die Frauen eine durchschnittliche Erlebungserwartung von siebenundvierzig Jahren.

00:34:15: Die haben die Postmenopause gar nicht richtig erlebt.

00:34:19: aber heutzutage leben die Frauen bis durchschnittlich fünfundachtzig.

00:34:24: das heißt wir leben ein Drittel unseres Lebens.

00:34:26: dreißig fünfunddreißig Jahre da haben wir ohne einen Tropfen östrogen dahin und wir überaltern Die Osterporose Generation, weil mit dem Wegfall der Ostrogene verliert der Knochen an Dichte und wird poröser.

00:34:44: Genau!

00:34:45: Und wir sollten uns tatsächlich vor dieser Osterparose oder vor diesem Risiko... Dessen sollten wir uns bewusst sein, denn die Höhe von der Schenkelhalsbrüche wird bis zum Lebensende eine osteoporotische Fraktur erleiden.

00:35:00: Also einen Schenkelhaltsbruch oder einen Wirbelkörper-Einbruch.

00:35:05: Die Tödlichkeit einer osteoportischen Fraktuhr im ersten Jahr ist zu.

00:35:11: ca.

00:35:12: Fünfunddachzig von tausend Schweizer Frauen werden bis zum Ende ihres Lebens an den Folgen einer osteoporotischen Fraktur sterben.

00:35:21: Also an den Operationskomplikationen, an den Protheseninfekten und an den Thrombosen durch infolge einer eventuellen Bettleglichkeit.

00:35:29: Und über das spricht niemand.

00:35:30: Die Bevölkerung fürchtet sich vor allem vor dem Brustkrebs.

00:35:35: Tatsächlich ist es aber so dass durchschnittlich zwölf Komma fünf Frauen Pro Tausend Schweizer Frauen an Brustkrebs sterben.

00:35:42: Versus Fünfund Dachzig sterben an den Folgen einer osteoporotischen Fraktur, das heißt es ist um ein Ziegfaches höher das Risiko zu sterben durch die Osterporose im Vergleich zum Brustkrebs nur.

00:35:53: Das Risiko wird oft so verzehrt wahrgenommen weil über Brust Krebs spricht.

00:35:57: jeder Und jeder hat Angst vor Krebs.

00:36:00: Krebs ist so furchtbar, ist ja auch furchтbar.

00:36:02: aber Osteoporose ist aktuell der Silent Disease über die spricht niemand und das Tragische ist sogar dass nur zehn Prozent aller diagnostizierten Osteoperosepazienten überhaupt eine osteoporosespezifische Therapie erhalten.

00:36:16: aktuell in der Schweiz

00:36:17: gibt es auch bei den Männern mehr Osteo-Porose sobald der Testosteronspiegel abnimmt?

00:36:23: Ja also echt Die Männer sind davon betroffen mit zunehmenden Alten.

00:36:28: Natürlich kann man sagen, dass es bei den Frauen das Risiko eben schneller und früher steigt nach der Menopause bei den Männern, dass er etwas Stetiges ist, dass man sich aber eben bewusst sein muss.

00:36:40: sollte, dass die ganze Gesellschaft sich mit dem Thema Osteopose beschäftigen sollte und das eben die Früherkennung wichtig ist.

00:36:48: Und die Frühintervention im Sinne einer Profilachse, die man ganz einfach mit Vitamin D Sport einen gesunden Ernährungsstil nicht rauchen betreiben kann.

00:37:00: Ja vielleicht gerade generell.

00:37:02: was können wir präventiv Gutes für unsere Hormone?

00:37:07: tun, können wir unseren Lebensstil irgendwie hormone-positiv in Anführungszeichen beeinflussen?

00:37:14: Ich glaube das läuft immer wieder auf derselbe hinaus wie man den Körper positiv beeinflussend kann.

00:37:20: Wie man die Hormonachsen positiv beeinflussen kann und zwar so einfach eat

00:37:27: move

00:37:28: sleep und verdammt nochmal repeat.

00:37:33: Es ist so einfach.

00:37:34: Gesund essen, sich gesund ernähren, ausgewogen ernählen, ausreichend schlafen, ausreichend bewegen, Stress reduzieren und das jeden Tag und nicht nur einmal in der Woche.

00:37:46: Also das mögen auch unsere Hormone im Körper?

00:37:51: Gibt es Fragen die man den Ärztinnen stellen sollte?

00:37:57: jetzt in Bezug auf Hormonen?

00:37:59: also ich glaube Wenn man sich gesund fühlt, dann kann man von einem gesunden und gut laufenden Hormonsystem ausgehen.

00:38:07: Wenn man irgendwelche Symptome hat muss man die abklären aber prophylaktisch den Ärzten Fragen zu dem Hormonsystem stellen oder prophylaktische Abklärungen zutreffen.

00:38:19: Kann ich nicht empfehlen?

00:38:21: Ist doch Ihnen Guidelines nicht empfohlen!

00:38:23: Ja, ich denke auch die Hormone sind Teil eines großen Ganzen.

00:38:26: Sie sind sehr spannend und sie haben viele Bereiche im Körper, die sie beeinflussen.

00:38:31: Ich denke was man schon fragen kann ist eben die Frage ob man jetzt aufgrund seines Geschlechts oder Aufgrund von anderen Faktoren, zum Beispiel einen höheren Risiko ausgesetzt ist und so auch die behandelnden Ärztinnen anregen dazu sich mit diesem Thema Geschlecht und Hormone zu befassen.

00:38:52: Und vielleicht auch selbst einmal in die Literatur zu gehen und nachzulesen.

00:38:56: Welches Wissen darf man denn erwarten?

00:38:58: Von ÄrztInnen im Moment?

00:39:01: Ich glaube das Wissen nimmt zu wenn man die Literatur anschaut.

00:39:06: Die ältere Literatur ist wirklich noch sehr, ich würde sagen Männer fokussiert aber in den neuen Leitlinien ist es so dass erwünscht wird, dass man wirklich den Aspekt Gender mit einbezieht wenn man medizinische Studien zum Beispiel macht.

00:39:22: Das heißt Mandalfei warten das auch die Ärzte und Ärztinnen nachlesen und herausfinden ob es tatsächlich Unterschiede gibt.

00:39:31: meistens ist es noch nicht in den offiziellen Leitlinien eingebettet aber ich denke das wird in den nächsten Jahren kommen.

00:39:39: Eine Frage, die uns immer wieder erreicht hat.

00:39:42: Inwiefern spielt eigentlich das Geschlecht der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes eine Rolle in Bezug auf Hormone?

00:39:52: Es gibt Studien dazu, die wirklich untersuchen was das Geschlesch der behandelenden Ärztinnen für einen Einfluss auf die Gesundheit hat und da hat man gesehen dass zum Beispiel Thema Herzinfarkt bei Frauen Überleben höher ist, wenn sie durch eine Frau behandelt wurden.

00:40:10: Auch im kürgischen Bereich gab es bereits Studien hierzu und

00:40:15: ich

00:40:16: würde mal behaupten oder denke, dass das wahrscheinlich ... Sehr stark mit dem Bewusstsein der behandelnden Ärzte zu tun hat, dass sie sich eben bewusst sind.

00:40:25: Dass vielleicht eine Frau andere Symptome zeigen kann bei einem Herzenfakt als die klassischen Symptomen, die man aus den Lehrbüchern kennt und das so die Früherkennung besser ist – auch dann die Behandlung natürlich!

00:40:39: Wenn wir ganz zum Schluss noch in die Zukunft schauen und auf Ihre Wünsche, wo haben Sie Wünsche in Bezug auf Forschung?

00:40:48: In Bezug mehr Gendermedizin zu Hormonen.

00:40:53: Ich glaube einfach an der Arzneimittelentwicklung dass einfach das zunehmend auch verlassen wird, dass man Arzneimentel an dem Standardmann testet.

00:41:07: Genau ich würde absolut unterschreiben.

00:41:10: Ich denke, meinen Wunsch wäre wirklich das Menschen von allen Geschlechteren die gleiche Chance haben eine gute medizinische Behandlung zu kriegen und dass wir das in der Forschung umsetzen können auch wenn es vielleicht das Ganze manchmal etwas komplizierter macht als wenn man nur den Standardmann aus Grundlage der Forschung nimmt.

00:41:36: Aber das wäre mein Wunsch, dass wir das wirklich schaffen eine geschlechtergerechte Medizin zu haben.

00:41:42: Vielen Dank für dieses sehr spannende Gespräch!

00:41:46: Für den Einblick in die Hormon-Tänze in unseren Körpern.

00:41:50: Danke Susanna Weidlinger und Ucena Kennedy.

00:41:53: Danke schön.

00:41:54: Danke dir.

00:41:55: In der nächsten Folge dreht sich alles um das Thema Schlaf.

00:42:00: Welches Geschlecht

00:42:01: schlefft

00:42:02: eigentlich besser und warum?

00:42:05: Was sind Gesundheitsrisiken bei gestörtem Schlaf beim Männern und Frauen, was können wir alle tun damit schlafen möglichst einfach wird.

00:42:15: Ich bin gespannt auch auf eure Fragen und Beobachtungen.

00:42:19: schreibt mir auf Instagram oder schickt ein Mail.

00:42:22: die Adressen findet ihr in den Show Notes.

00:42:25: Und

00:42:26: zu guter Letzt, dieser Wissens-Podcast ist nur möglich dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Filas Foundation.

00:42:33: Die Stiftung setzt sich ein für eine geschlechtersensible Medizin.

00:42:38: Danke fürs Zuhallose und bis zum nächsten Mal.

00:42:41: Gute Schlaf!

00:42:42: Tschüss zäme.

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