«Welches Geschlecht schläft besser – und warum?» | Christine Blume
Shownotes
Schlafen klingt einfach. Augen zu, Gedanken aus, erholt aufwachen. Doch was nachts wirklich passiert – und warum das nicht für alle gleich abläuft –, ist alles andere als selbstverständlich. Frauen leiden häufiger an Schlafstörungen als Männer. Männer schnarchen öfter und haben ein höheres Risiko für Schlafapnoe. Hormone, Mental Load, gesellschaftliche Erwartungen – sie alle beeinflussen, wie gut wir schlafen. Doch wer das nicht weiss, behandelt falsch oder gar nicht.
In dieser Folge taucht Bigna Silberschmidt mit Dr. habil. Christine Blume, Schlafforscherin, Psychologin und Dozentin an der Universität Basel, tief in die Welt des Schlafs ein. Warum brauchen wir überhaupt Schlaf – und wie viel davon? Was steckt hinter dem Begriff «Gender Sleep Gap»? Wie können Männer Schlafapnoe vorbeugen und warum wird die Erkrankung bei Frauen oft zu spät erkannt?
Dr. habil. Christine Blume erklärt, weshalb Stress der grösste Feind unseres Schlafs ist, wie Hormone den Schlaf im Laufe des Zyklus beeinflussen und warum beim Schnarchen Hormone und Anatomie eine Rolle spielen. Sie spricht über Chronotypen – Eulen und Lerchen –, über Schlaftracker, die helfen oder stressen können, und darüber, was es mit «Sleep Divorce» auf sich hat. Und sie gibt konkrete Tipps: Was hilft wirklich bei Schlafproblemen – und wann sollte man sich professionelle Unterstützung holen?
Ein Gespräch über eine wichtige Gesundheitsfrage - mit überraschend vielen Geschlechterunterschieden.
Take Home Messages
- Guter Schlaf ist vor allem subjektiv: Wer morgens erholt aufwacht, hat gut geschlafen – unabhängig davon, was eine Uhr misst.
- Frauen berichten häufiger über schlechten Schlaf – aus biologischen, hormonellen und gesellschaftlichen Gründen. Mental Load, Care-Arbeit und Stress spielen eine zentrale Rolle.
- Auf zehn Männer kommen je nach Studie 15 bis 20 Frauen mit Insomnie. Insomnie ist eine ernst zu nehmende Erkrankung: Schlafprobleme mehrmals pro Woche über mindestens drei Monate, mit spürbaren Folgen im Alltag. Kognitive Verhaltenstherapie (CBT-I) ist der wissenschaftliche Standard – und wirksamer als Schlafmittel.
- Schlafapnoe tritt bei Männern häufiger auf. Mit der Menopause schwindet der schützende Effekt von Östrogen und Progesteron – und das Risiko für Schlafapnoe steigt bei Frauen an.
- Schlafmangel erhöht das Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und Depression. Schlaf ist Gesundheitsvorsorge – und verdient mehr gesellschaftliche und medizinische Aufmerksamkeit.
Habt ihr Fragen, die ihr Bigna Silberschmidt mitgeben wollt oder eine spannende Anekdote zu erzählen? Schreibt ihr auf Instagram: www.instagram.com/bignasilberschmidt/ oder schickt uns ein Mail an kontakt@uebergendermedizin.ch.
Dieser Wissenspodcast ist nur möglich dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Philas Foundation. Die Stiftung setzt sich ein für eine geschlechtersensible Medizin. www.philas-foundation.ch
Moderation und Redaktion: Bigna Silberschmidt Eine Produktion von FatzerImbach AG www.fatzerimbach.ch
Transkript anzeigen
00:00:00: Heu miteinander, schön seid ihr dabei beim Podcast über Gendermedizin und warum sie das Leben von Frauen und Männern und generell aller Menschen angenehmer macht.
00:00:11: Ja in der Medizin ist eine Ungleichbehandlung der Geschlechter oft gesünder – Sie kann sogar Leben retten!
00:00:17: Mein Name ist Binja Silberschmidt.
00:00:19: Ich bin Journalistin und Host dieses Podcasts, und hole für euch Folge-für-Folge wissenschaftliche Antworten und praktische Tipps von Expertinnen und Experten – etwa zu Unterschieden bei Hormonen, Schlafverhalten, mentaler Gesundheit oder Schmerzempfinden?
00:00:35: Auch immer dabei Fragen von euch!
00:00:38: In Folge drei begeben wir uns in die Welt des
00:00:41: Schlafs.
00:00:42: Welches Geschlecht schläft eigentlich besser und
00:00:45: warum?!
00:00:47: Was sind Gesundheitsrisiken bei gestörtem Schlaf?
00:00:50: Und was können wir alle tun, damit schlafen möglichst einfach und entspannend ist.
00:00:57: Darüber und über vieles mehr reden wir – ich freue mich sehr auf meine heutige Gästin!
00:01:03: Sie ist Schlafforscherin, Psychologin und Dozentin an der Universität Basel.
00:01:09: Herzlich willkommen, Christine Blum!
00:01:16: Ja, aber ein bisschen zu wenig.
00:01:19: Das passiert leider auch mir!
00:01:21: Was geht mir ehrlich gesagt genauso?
00:01:23: Ich freue mich auf unser Gespräch und möchte gleich zum Einstieg auch klären – ich habe Sie gefragt ja haben sie gut geschlafen?
00:01:31: was ist guter Schlaf eigentlich?
00:01:33: gibt es aus wissenschaftlicher Sicht eine Definition dazu?
00:01:37: Ich glaube, die wichtigste Definition ist das subjektive Gefühl was wir haben am Morgen.
00:01:43: Also wenn wir morgen aufwachen können und sagen können dass war eine gute Nacht ich fühle mich erholt.
00:01:49: dann war es auch eine gute nacht spannender weißes so dass wir im schlaflabor gar nicht zu gut darin sind diese subjektiven schlafqualität zum messen.
00:01:58: das heißt wir sagen eigentlich die objektive messung und das subaktive gefühlten zwei unterschiedliche Dinge, die auch nicht immer zueinander passen.
00:02:08: Wichtiger finde ich persönlich das
00:02:10: Subjektive.".
00:02:11: Und warum ist Schlaf eigentlich so wichtig für unsere Gesundheit?
00:02:16: Ich find's mal spannend!
00:02:17: Man könnte ja fragen, warum ist das Wachseilen so wichtig?
00:02:20: Schlafen und Wachsein sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.
00:02:23: Wir brauchen beides in außenreichender Mängel – also in der Quantität aber auch in ausreichender Quantität damit dass jeweils andere gut funktioniert.
00:02:33: Und beim Wachsein ist es natürlich so, da wissen wir alle warum das wichtig für uns ist.
00:02:38: Aber der Schlaf ist eben auch ein wichtiger Gesundheitsfaktor damit dass Wachsein gut sein kann!
00:02:44: Wir haben unsere Zuhörerinnen mal gefragt was ihren Schlaf eigentlich so beeinflusst?
00:02:51: Ich spiele jetzt kurz ein... Ich sehe grosse Unterschiede in den Kindern.
00:02:56: Ich habe zwei Kinder und dann merkst du mal wie wenig schlafen brauchst.
00:03:01: Du hast eine Stunde vorher nicht mehr das Handy Essen, nicht alles zu spät.
00:03:06: Ich lese immer vor.
00:03:08: Also ich kann mir jetzt schlafen, wenn ich das wegmache.
00:03:10: Dass ich wirklich so meine Strukturen
00:03:13: habe.
00:03:13: Ich bin gestresst oder nicht?
00:03:16: Und dass wir zwischenmenschliche Probleme haben, das beeinflusst mein Schlaf sehr fest.
00:03:22: Wenn man mit einem arbeiten will und eine leidende Funktion ist wie wenn du mit anderen Leuten zu tun hast... ...und irgendwie die erschrecken Sachen sagen, die dann halt wie ich weiter mitnehme nicht einschlafen kann, weil ich über solche Dinge nachdenke.
00:03:37: Ich habe das Gefühl, als Kind habe ich viel ruhiger geschlafen und jetzt hat man vielleicht so irgendwie ... Man kann schlecht einschleifen.
00:03:46: Und jetzt denkt
00:03:47: man vielleicht auch viel mehr darüber nach.
00:03:49: Die acht Stunden schlafen,
00:03:50: die man auf Social Media überall sieht.
00:03:52: Man braucht
00:03:53: acht
00:03:53: Stunden, sonst ist man nicht fit.
00:03:55: Dann stresst man sich vielleicht ... Denkt man jetzt viel darüber nach!
00:03:58: Ja viele wollen sich optimieren und Tage gehört Definitiv auch der Schlaf dazu.
00:04:04: Brauchen wir eigentlich diese viel propagierten acht Stunden Schlaf?
00:04:09: Nein, also die Schlafdauer, die jemand benötigt ist sehr individuell!
00:04:14: Experte und Experten empfehlen international sieben bis neun Stunden pro Nacht.
00:04:18: Natürlich ist da die Mitte die acht, also acht Stunden Schlaf.
00:04:23: aber man sieht ja auch das ist eine ganz schöne Spanne.
00:04:25: Sieben bis Neun Stunden, da finden sich eben die meisten Menschen wieder und manche Menschen kommen mit siebeneinhalb Stunden aus.
00:04:32: anderes wie ich brauchen eher acht und halb um am nächsten Morgen wirklich ausgeruht und fit zu sein.
00:04:38: Und wenn man jetzt wie wir diese Nacht nicht so viel geschlafen hat, kann man eigentlich Schlaf vor oder nachholen?
00:04:47: Also vorschlafen kann man nicht.
00:04:50: Das ist ... Kann man sich vorstellen wie ein Akku des Handys?
00:04:53: den kann man ja auch nicht über hundert Prozent aufladen.
00:04:56: Es ist aber so, dass natürlich viele von uns mit einem leichten Schlafdefizit im Alltag eigentlich unterwegs sind.
00:05:03: Und da könnte man sagen naja wenn ich zum Beispiel vor einer anstrengenden Woche den Akku auf hundert Prozent auflade und nicht mit siebzig Prozent in die neue Woche starte dann ist das natürlich besser.
00:05:14: und da entsteht vielleicht auch manchmal das Gefühl man könne vorschlafen Schlaf nachholen, das können wir.
00:05:20: Und ich meine es wäre ja auch echt schlimmer bis nicht könnten und ein Schlafdefizit nie wieder ausgleichen könnten.
00:05:25: Unser Körper macht es auch ein Stück weit ganz von alleine indem er nämlich den Schlaf etwas intensiver macht oder zum Beispiel mehr Tiefschlaf produziert.
00:05:34: Das heißt auch unser Schlaf, unser Körper stellt eigentlich jede Nacht für uns zu den optimalen Mix an Schlafstadien zusammen.
00:05:42: Und wenn wir ein leichtes Schlafdefizit haben und Schlaf nachholen müssen dann wird das automatisch ausgeglichen.
00:05:49: Natürlich holen wir aber auch über die Zeit nach!
00:05:51: Und hilft es da eigentlich seinen Schlaf zu tracken?
00:05:55: Das ist ja in den letzten Jahren so ein großes Ding geworden gehört aber auch ein bisschen glaube ich vielleicht in die Sparte der Selbstoptimierung.
00:06:04: Bringt du es aus wirklich was oder macht uns das noch mehr Druck?
00:06:08: Ich glaube, es gibt zwei Seiten.
00:06:11: Man muss sagen durch die Tracker wird der Schlaf ja nachvollziehbar bekommen ein Einblick in etwas, dass sonst eigentlich unbewusst ist und es erlaubt uns auch über den Schlaf zu sprechen.
00:06:23: wenn wir jetzt beide unseren Schlaf tracken würden dann könnten wir uns darüber unterhalten.
00:06:27: Der Schlaf wird also gesellschaftsfähig.
00:06:31: Das ist die eine Perspektive zeigt vielleicht dann auch manchmal, du schläfst eher zu wenig.
00:06:35: Macht das bewusst?
00:06:37: Aber natürlich kann das auch Stress auslösen und wir haben es gerade in den Tönen auch gehört dass Stress eigentlich muss man sagen der größte Feind unseres Schlafes ist ob das emotionaler Stress oder vielleicht auch so etwas wie dass wir versuchen zu optimieren dass da Druck entsteht.
00:06:55: Und da ist natürlich schon die Gefahr beim Schlaf Tracking, dass ich dann mehr Gedanken mache und mir Sorgen mache, versuche den Schlaf zu optimieren.
00:07:04: Und das eigentlich aber in Druck- und Stress ausartet – und das geht ziemlich sicher nach hinten los!
00:07:11: Wie selber als Schlafforscherin Tracking ihren Schlaf?
00:07:13: Nein….
00:07:14: Also ich habe zwar so eine Sportfitnessuhr, die ich ganz am Anfang hatte auch mal zum Tracking benutzt hab Und dann war es aber so, dass die mir immer im Morgen, wenn ich noch mal geschnusst hab gesagt hat.
00:07:26: Ich sei nochmal im Tiefschlaf gewesen und dann habe ich gesagt ... Sorry!
00:07:30: Aber das kann nicht sein.
00:07:32: Ich leg' das Ding wieder
00:07:33: weg.".
00:07:34: Ja, bevor wir dann wirklich zu Geschlechter unterschieden, zu Spezifischen da eintauchen.
00:07:41: Noch eine allgemeinere Frage – man spricht ja im Zusammenhang mit Schlaf oft von Lärchen also Frühaufsteherinnen und Eulen Menschen die eher spät ins Bett gehen und wahrscheinlich dann am Morgen eben auch schlechter aus den Federn kommen?
00:07:56: Was ist da dran?
00:07:58: Also es gibt verschiedene, wir nennen das Chrono-Typen.
00:08:01: Damit beschreibt man eigentlich so eine Präferenz für ein bestimmtes Schlaf und ein Wachfenster.
00:08:06: Und wie Sie's gerade beschrieben haben?
00:08:07: Es gibt eben Menschen die gerne eher früher ins Bett gehen und dann auch früher aufstehen und Menschen, die gerne etwas später in das Bett gehen oder später aufstehn.
00:08:17: Ich persönlich finde diesen Begriff den wir verwenden langschläferInnen, der ist eigentlich falsch!
00:08:21: Die schlafen gar nicht länger, die spät schläferinnen sondern die schlaffen häufig sogar kürzer.
00:08:27: Was man aber sagen muss, ist eben ein Continuum auf dem wir uns jeder von uns irgendwo befindet.
00:08:33: Wir haben also nicht nur diese beiden Kategorien mit den Lärchen, den Frühschläferinnen und den Eulen, den SpätschläferInnen sondern eigentlich ja es ist ein Continuum.
00:08:44: die meisten von uns sind irgendwo dazwischen.
00:08:46: Und kann man das umprogrammieren?
00:08:49: Weil manchmal wäre sie ja Noch gut, wenn man jetzt eine eher spät aussteherin ist.
00:08:54: Aber trotzdem um sieben Uhr zur Arbeit erscheinen muss?
00:08:58: Man könnte sich das irgendwie anders antrainieren!
00:09:02: Das wünschen sich viele Menschen.
00:09:04: aber es ist nicht möglich denn... ob wir Eulen oder Lärchen sind, das ergibt sich aus Eigenschaften unserer inneren biologischen Uhr.
00:09:13: Und die ist in weiten Teilen genetisch bestimmt.
00:09:16: Das heißt es ist in unseren Genen verankert, ob wir eben eher Eule und Lärche sind.
00:09:22: Wir können zwar uns ein bisschen anpassen, ein bisschen in Richtung des einen oder des anderen Chronotyps bewegen – das funktioniert allem über das Tageslicht.
00:09:33: aber wir können unser Chronotype nie ändern.
00:09:36: eine Eule wird nie zu einer Näche werden.
00:09:39: Und deshalb sind flexible Arbeitszeiten teilweise wahrscheinlich eine Lösung?
00:09:44: Genau,
00:09:45: ausgeschlafene Menschen sind einfach am leistungsfähigsten und deshalb wäre es schön wenn eben auch Arbeitszeite entsprechend des Kronotyps gewählt werden könnten.
00:09:54: Sie forschen ja auch zu geschlechtsspezifischen Unterschieden, brauchten die unterschiedlichen Geschlechter eigentlich unterschiedlich viel Schlaf?
00:10:03: Was wir in der Forschung finden, ist dass Frauen häufig ein bisschen mehr schlafen oder zumindest mehr Zeit im Bett verbringen.
00:10:14: Daraus lässt sich aber nicht unbedingt ableiten das sie mehr Schlaf brauchen als zum Beispiel Männer denn erst mal berichten Sie ja nur die Zeit zB die sie im Bett liegen und wie viel sie da vielleicht wach sind oder ob sie vielleicht schlecht schlafen und das versuchen, über eine etwas längere Schlafdauer zu kompensieren.
00:10:36: Das sieht man daran erst mal nicht.
00:10:38: Was wir wissen ist dass Frauen aber auch Minderheiten zum Beispiel Transpersonen, dass die eher ein etwas schlechteres Schlafqualität haben, auch häufiger von beispielsweise Insumnier also Ein- oder Durchschlafstörungen betroffen sind.
00:10:53: Und da könnte man sich durchaus vorstellen, Was man dazu auch sagen muss, ist diese Unterschiede.
00:11:02: Die sind nicht groß.
00:11:03: Wir sprechen da über ein paar Minuten – wir sprechen jetzt nicht über eine halbe Stunde oder eine dreiviertel Stunde bei Frauen im Vergleich zu Männern.
00:11:13: und trotzdem kann man etwas zumöglichen Gründen sagen
00:11:17: Was wir wissen, ist dass Frauen häufiger von schlechtem Schlaf und von sogar Schlafstörungen wie eben der Insomnia betroffen sind.
00:11:25: Ja!
00:11:26: Das heißt es ist durchaus möglich das das eben auch dazu führt, dass sie etwas mehr Zeit nachts im Bett verbringen.
00:11:34: Man kann es auch ganz konkret machen bei der Insomniis ist so... Zehn Männer, je nach Studie, fünfzehn bis zwanzig Frauen kommen.
00:11:41: Frauen sind häufiger betroffen.
00:11:44: Wir wissen natürlich auch das.
00:11:45: zum Beispiel wenn ein Kind geboren wird dann ist es die Mutter, die dieses Kind möglicherweise stillt.
00:11:50: Auch das beeinträchtigt den Staf und herbricht den Staff und führt wahrscheinlich in der Konsequenz dazu dass Frauen etwas mehr Zeit im Bett verbringen oder vielleicht auch etwas mehr schlafen.
00:12:01: Das heißt man kann aber nicht einfach sagen Frauen brauchen mehr Schlaf als Männer, sondern man muss wirklich auch ein bisschen schauen was sind mögliche Ursachen dafür dass sie mehr Zeit im Bett verbringen.
00:12:13: Sie haben den Begriff Insomnie erwähnt.
00:12:16: wann spricht man von einer Schlafstörung?
00:12:19: Wann geht es in Richtung Insomni?
00:12:23: Also eine Insomnie sind eigentlich schwere Schlafprobleme, könnte man sagen.
00:12:28: Nach der Definition die wir verwenden in der Klinik ist es so dass es eben ein und oder Durchschlafstörungen sind oder auch so einen Erwachen am Morgen was zu früh passiert und wo dann eine Person nicht mehr einschlafen kann obwohl sie eigentlich noch nicht erholt ist.
00:12:45: das muss mehrmals die Woche auftreten.
00:12:48: von einer chronischen Insomni spricht man wenn's mindestens drei Monate andauert.
00:12:52: Und was ganz wichtig ist, es darf nicht nur die Nacht betroffen sein.
00:12:56: Sondern die Insomnie ist eigentlich eine vierundzwanzig Stundenerkrankung sagen wir.
00:13:00: Das heißt, die Betroffenen merken das eben auch am Tag weil sie müde sind, weil sie reizbarer sind und weil sie den Eindruck haben Sie können sich schlechter konzentrieren so dass sich eben die schlechte Nacht in einem Leidensdruck auch am tag äußert.
00:13:15: Und haben diese Zahlen zugenommen?
00:13:17: oder wie viel Prozent von der Bevölkerung sind davon?
00:13:20: Betroffen Frauen haben sie gesagt, mehr noch als Männer.
00:13:23: Frauen
00:13:23: sind häufiger betroffen als Männer?
00:13:25: Ja man sieht in den letzten Jahren eine leichte Zunahme der Zahlen.
00:13:29: große internationale Studien schätzen das ungefähr zwölf Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind.
00:13:35: Man muss sich aber immer etwas fragen woher diese Zunnahme kommt.
00:13:39: also es ist tatsächlich so dass heute mehr Menschen Insomnia haben als früher.
00:13:44: oder es ist möglicherweise auch so dass mehr Menschen heute sagen Ich habe auch einen Recht oder das ist ein legitimer Wunsch, gut zu schlafen und dann gehen diese Menschen eben auch zum Arzt zur Ärztin.
00:13:57: Haben vielleicht auch gehört dem Schlaf ist ein wichtiger Gesundheitsfaktor und sagen wenn sie ich schlafe nicht gut.
00:14:04: Ich möchte etwas tun Und dann steigen natürlich diese Zahlen
00:14:08: auch
00:14:09: Obwohl es eher daran liegt dass früher weniger menschen geäußert haben dass die Schlafprobleme
00:14:15: haben.
00:14:16: Aus wissenschaftlicher Perspektive, was kann man sagen zu möglichen Ursachen von Insumie oder eben der quasi abgeschwächten Variante Schlafstörungen die aber natürlich das Leben auch erheblich beeinflusst?
00:14:30: Ja ja.
00:14:31: Also die Ursachen sind im Endeffekt die Gdeichen.
00:14:34: Es kommt mir auf die Ausprägung an.
00:14:38: In fast allen Fällen ist irgendeine Art von Stress Die Ursache einer Insomnie oder auch von Schlafproblemen muss man sagen.
00:14:48: Das heißt, im Zwischenmännchen Stress haben wir gerade auch gehört in dem Ton dass man eben am Abend dann auch anfängt zu grübeln im Bett oder das kann auch einfach sein, dass der Tag total durchgetaktet ist und man kommt eigentlich am Abend nach Hause und es noch so auf hundred achzig und kommt gar nicht richtig runter.
00:15:07: Der Grund, warum Stress so relevant ist für unseren Schlaf ist ein ganz tiefer Entspannungszustand.
00:15:14: Und Stress steht in Spannung grundsätzlich entgegen und dadurch kommt es eben auch dass Stress häufig zu Strafstörungen führt.
00:15:25: wobei man auch sagen muss Menschen unterscheiden sich deutlich dahingehend wie stark ihr Schlaf auf Stress reagiert.
00:15:32: wir nennen das Stress-Reagibilität Und da wissen wir eben, wenn Menschen schnell mit Schlafproblemen auf Stress reagieren.
00:15:42: Dann ist das auch wiederum ein Predictor für Insomnia also sorgt dafür dass diese Menschen eher eine Insomnie entwickeln als wenn der Schlaf erst sehr spät auf Stress reagiert.
00:15:55: Inwiefern beeinflussen eigentlich unsere Geschlechtshormone unseren Schlaf?
00:16:00: Also der Zyklus der Frau beispielsweise?
00:16:04: Die haben durchaus einen erheblichen Einfluss, gerade bei manchen Frauen mehr als bei anderen.
00:16:11: Was wir generell sagen können ist so der Schlaf ist am besten wenn es auf den Eissprung zugeht also auf die Zyklusmitte und dann gegen Ende des Zyklos und auch während der Menstruation.
00:16:21: das ist eher etwas ungünstiger für den Schlaf sieht man zum Beispiel auch daran dass Frauen mit einem prämenstrellen Symptom oder einer prämonstrellen dysphorischen Störung dass die häufig über Schlafprobleme in dieser Zyklusphase klagen.
00:16:39: Im Lauf des Zyklos verändert sich unser Schlaf ... Bei manchen Frauen ist es dann sogar so, dass sie sagen ich habe in bestimmten Zyklusphasen Schlafprobleme oder sogar Schlafstörungen.
00:16:50: Wie
00:16:50: ist das denn eigentlich bei den Männern?
00:16:53: Haben ihre Hormone auch Einflüsse auf den Schlag?
00:16:56: Ja also des Testosteron hat auch einfach auf dem Schlaf.
00:16:59: Wir wissen, dass ein geringerer Testosteronspiegel, der manchmal auch im Alter assoziiert ist Also wie älter man wird, du geringer wird der Testosteronespiegel.
00:17:09: Dass das auch mit Schlaf-Problemen Bindung steht, aber die Zusammenhänge sind da auch recht komplex.
00:17:16: Also es ist vielleicht nicht so eindeutig wie bei den Frauen und sie erleben das eben auch nicht in monatlichen Züge denn wie Frauen das tun?
00:17:23: Man spricht in der Forschung auch immer wieder vom sogenannten Gender Sleep Gap.
00:17:30: was ist damit genau gemeint?
00:17:33: Damit ist gemeint dass eben Frauen häufiger von Schlafproblemen betroffen sind häufig aber aus anderen Gründen, auch aus gesellschaftlichen Gründen weniger schlafen als Männer.
00:17:45: Dass vielleicht auch dem Schlaf von Frauen weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird als dem von Männern.
00:17:51: Da sind wir dann auch im Bereich von Gender Health Gap.
00:17:55: und ja Frauen haben einfach ein höheres Risiko nicht ausreichend oder nicht gut zu schlaven im Vergleich zum Männern,
00:18:03: wissen
00:18:04: wir?
00:18:05: Über einen Grund haben Das sind Hormone, hormonelle Schwankungen.
00:18:10: Aber es gibt auch noch andere Gründe.
00:18:12: zum Beispiel haben Frauen eine höhere Grübel-Tendenz.
00:18:14: Frauen haben auch ein höheres Risiko an Depressionen zu erkranken und wir wissen z.B.
00:18:21: fast alle Patienten mit Depressionen haben auch Schlafprobleme.
00:18:25: also da gibt es diesen Zusammenhang.
00:18:28: Aber wenn wir auch auf die gesellschaftliche Ebene mal wechseln, da gibt es natürlich Unterschiede in der Erwartung an Frauen.
00:18:36: Beispielsweise dass Frauen heute noch im Beruf mehr leisten müssen um die gleiche Anerkennung dafür zu bekommen wie Männer.
00:18:45: Das führt natürlich auch zu einem erhöhten Stress.
00:18:49: das macht Druck.
00:18:50: Frauen sind nun mal diejenigen, die schwanger werden und Kinder bekommen.
00:18:55: Und dann möglicherweise auch Nachteile daraus haben.
00:18:59: Auch das sehen wir in Studien immer wieder – dass eine Schwangerschaft, dass Kinder bekommen, häufig ein Knick in der Karriere von Frauen ist.
00:19:06: Also auch hier Druck!
00:19:10: Wenn man ein Kind hat, man möchte es stillen.
00:19:13: Dass das zu Unterbrechungen in der Nacht führt die man auch nicht durch einfach etwas mehr Schlaf womöglich kompensieren kann.
00:19:22: also auch das sind Herausforderungen.
00:19:24: bis hinzu wenn wir besprechen über Kehrarbeit wird immer noch mehr von Frauen geleistet oder auch sowas wie mental load also so dieses immer Konstant an Dinge denken müssen.
00:19:37: Auch da gibt es eben repräsentative Studien, die zeigen dass Frauen im Vergleich zu Männern jetzt in einer Frau-Mann-Beziehung immer noch einen sehr viel höheren Mentalode tragen und auch da wissen wir eben aus Studien.
00:19:50: ein höhere Mentalod stört eher auch den Schlaf.
00:19:54: Das dafür ließ deine große gesellschaftliche Ebene auch mit in den Schlafen ein.
00:20:00: nun Männer spezifisch glaube ich ist die schlaf Abnö?
00:20:05: Also bis zu einem gewissen Alter zumindest.
00:20:08: Was können Sie dazu sagen?
00:20:09: Genau,
00:20:10: also auch Männer haben teilweise für bestimmte Strafstörungen ein höheres Risiko.
00:20:15: Die sind aber nicht so häufig wie jetzt.
00:20:16: die Insomnie muss man auch sagen.
00:20:18: Aber eben die obstruktive Schlafabnöe wir sie nennen das heißt es ist eine Erkrankung da kollabieren die oberen Atemwege und verhindern einen Luftstrom von außen in die Lungen.
00:20:32: Das führt zu Atemausätzen in der Nacht und ist ein extremer Stress für den Körper.
00:20:37: Es zeigt sich dann noch häufig daran, dass die Betroffenen sich am Morgen total gerädert fühlen und einfach nicht erholenden Tag auch sehr schläfrig sind.
00:20:46: Dafür haben Männer ein höheres Risiko.
00:20:49: Warum?
00:20:50: Das liegt einerseits an der Anatomie, also Männer haben zum Beispiel auch eine tiefere Stimme als Frauen.
00:20:55: D.h.,
00:20:55: die Anatomie des Kielkopfes ist eine andere.
00:20:58: Aber hier haben Männer einen hormonellen Nachteil.
00:21:02: Denn die Oestrogena oder auch etwas das Progesteron von Frauen sorgt für eine etwas höhere Muskelspannung in der Muskulatur, die die Atemwege offen hält.
00:21:13: Männer haben diesen schützenden Effekt nicht und bei Frauen ... Sie haben es angesprochen, verschwindet dieser schützende Effekt aber dann eben auch wenn das auf die Menopause zugeht.
00:21:23: Progesterone und Oestrogen nehmen ab und dann steigt auch das Risiko bei Frauen für dieses obstruktive Schlafabnö-Syndrom.
00:21:32: Ich habe letztens gelesen dass die Schlafapnoe bei Frauen eben dann häufig auch später kannt wird.
00:21:40: Das kann gut sein, weil man vielleicht gar nicht so damit rechnet.
00:21:45: Wir haben häufig natürlich auch in der Medizin oder Schlafmedizin diesen männlichen Blick.
00:21:50: D.h.,
00:21:50: wir schauen jemanden an und sagen, das ist allein ein großer Risikofaktor für die obstruktive Schlafabnühe, dann ist es vielleicht noch ein Übergewicht dabei.
00:22:00: Und schon sagen wir ja, da schaut mich die Schlafapfnung quasi schon an.
00:22:05: Bei Frauen fällt dieser ... Effekt des Geschlechts.
00:22:09: Also ich sehe erst mal, es ist eine Frau da klingeln noch gar nicht so vielleicht die Alarmglocken wie eben bei einem Mann und führt dann auch eher dazu dass es später erkannt wird Und wir wissen natürlich auch Mir ist das auch schon passiert dass auch Symptome von Frauen anders eingeschätzt werden Auch teilweise anders beschrieben werden.
00:22:28: also eine frau die sagt dann vielleicht naja Aber ich hab gerade auch viel Stress.
00:22:34: Und dann wird der Arzt oder die Ärztin relativ schnell eben auf die Linde geleitet und sagt, na vielleicht ist ja doch eine Insomnie, weil sie sagt ja, Sie hat viel Stress!
00:22:46: Erst wenn man behandelt und merkt nach so richtig viel besser wird es eigentlich nicht, dann sagt man
00:22:50: halt,
00:22:50: vielleicht sollten wir uns das doch mal genauer anschauen?
00:22:53: Und bei einem Mann sagt mir vielleicht am Anfang, ah ja, da müssen wir jetzt mal schauen ob das eine obstruktive Schlafabnüse ist
00:23:01: Schnachen.
00:23:03: Ist das typisch, Mann?
00:23:05: Ja also auch da holen natürlich Frauen dann mit der Menopause, mit der hormonellen Umstellung auf.
00:23:10: aber der größte Risikofaktor für Schnarchen ist das im endliche Geschlecht.
00:23:15: Warum?
00:23:16: Auch da spielen Hormone und Anatomie eine Rolle.
00:23:19: also muss sagen Wir haben es über das Obstruktive-Schlafabnö-Syndrom gesprochen, dass mit starkem Schnarchen einhergeht.
00:23:27: Da sind Männer her betroffen und ja, auch wenn sie jetzt keinen Schlafabmö-ssyndrom haben, dann schnarchen Sie häufiger aufgrund von Anatomie und Hormonen.
00:23:38: Mal ganz unabhängig vom Geschlecht falls man das so generell sagen kann.
00:23:43: was kann man tun gegen Schlaf abnö oder Schnachen?
00:23:47: Oder vielleicht auch präventiv tun.
00:23:50: Also präventiv, mehr oder weniger wäre ein normales Körpergewicht zu halten.
00:23:55: Auch das körpergewicht ist ein Risikofaktor für Schnarchen aber auch Abnühe.
00:24:02: auf Alkohol sollte man verzichten dann alkohol entspannt die Muskulatur und sorgt dafür dass schnarchen häufiger stärker wird und erhöht auch die Gefahr für Schlafabnühen.
00:24:12: also Atemaussetzer Natürlich, wenn man in die Klinik schaut und sagt, man hat ein relevantes Stafabnüssyndrom diagnostiziert.
00:24:20: Dann ist die Behandlung für beide Geschlechter gleich und schaut auch anders aus.
00:24:27: Klar!
00:24:27: Gewichtsverlust würde empfohlen werden, aber dann sind wir auch bei so was wie einer sogenannten C-Pup-Maske.
00:24:33: Das heißt da wird einfach konstant ein Luftstrom in den Mund geblasen und um die Atemwege offen zu halten.
00:24:41: Das kennen manche auch, das sind diese Masken, keine Geräte, die man immer mit sich mittragen muss, wenn man mal auswärts schläft.
00:24:48: Aber die Behandlung zwischen Männern und Frauen unterscheidet sich grundsätzlich nicht.
00:24:52: Vorher haben Insomnie und eben Schlafstörungen gesprochen.
00:24:57: Was empfehlen Sie da?
00:25:00: Man hört ja immer wieder Hauptsache liegen bleiben, wenn man im Bett liegt dann ist das schon mal gut auch wenn man nicht schlafen kann.
00:25:10: was empfehle sie
00:25:11: also?
00:25:12: das empfehl ich nicht
00:25:13: okay.
00:25:14: nein für die insomni gibt es eine spezielle Behandlungsform die auch nach der wissenschaftlichen Leitlinie die Methode der ersten Wahl ist und dass ist die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie.
00:25:27: Es ist ein spezialisiertes Therapieprogramm, man könnte auch sagen es ist eine Art Schlaftraining, dauert recht kurz.
00:25:34: mit acht Sitzungen sind wir da relativ schnell auch durch.
00:25:39: und was wir da zum Beispiel eben den Patienten an die Hand geben ist wirklich so konkrete Verhaltenstrategien eine Strategie ist, wenn man nicht ein oder wieder einschlafen kann.
00:25:51: Nicht im Bett liegen bleiben sondern aufstehen etwas anderes tun und wenn man dann wieder das Gefühl hat jetzt könnte es klappen Dann kann man's ja noch mal versuchen.
00:26:02: Das liegt aber daran dass einerseits natürlich diese Zeit die man da im Bett liegt und grübelt und auf den schlaf wartet Es ist keine schöne zeit.
00:26:11: Also warum tun wir uns das eigentlich an so ein bisschen?
00:26:14: Dann steht man lieber auf und macht was, was einem vielleicht besser tut.
00:26:19: Und gleichzeitig ist es auch so dass wir wissen gerade bei der Insumni Patientinnen und Patienten dösen schon immer mal wieder ein aber die Insumnie ist eine Schlafwahrnehmungsstörung und das gemeine ist, das heißt man döst ein, man wacht wieder auf und hat das Gefühl ich habe nie geschlafen.
00:26:35: Das sind die typischen Situationen, wo der Partner oder die Partnerin dann sagt ja du hast auch schon geschnarcht und die betroffene Person sagt ich habe gar nicht geschlafen.
00:26:45: Doch die Person hat geschlaft aber sie nimmt es eben nicht als Schlaf wahr.
00:26:49: eine zweite Strategie ist auch dass wir die insgesamt im Bett verbrachte Zeit verkürzen zum Beispiel auf sowas wie sechs Stunden weil wir damit so den inneren Akku sehr systematisch entladen.
00:27:02: Damit steigern wird die Chancen auf schlafe.
00:27:05: Wenig Schlaf ist der beste Predictor für Schlaf, das muss man einfach sagen.
00:27:09: Und erreichen eben dass der Schlaf der möglich ist oder der vorhanden ist, der findet in diesen sechs Stunden Start.
00:27:15: Patientinnen und Patienten können erst mal erleben, dass sie in diesen six Stunden gut schlafen können und dann können wir dieses Fenster auch schrittweise wieder erhöhen.
00:27:25: Das wäre unser Ansatz in der kognitiven Verhaltenstherapie bei Insomnie.
00:27:29: Muss man aber auch sagen Auch da behandeln wir Männer und Frauen prinzipiell erstmal gleich.
00:27:34: Ich möchte noch auf den Aspekt alleine oder gemeinsam schlafen eingehen.
00:27:38: Da gibt es ja... Das liebte was?
00:27:41: Ja, genau den Begriff, der ist mir auch schon begegnet!
00:27:44: Es gibt ja Studien die sagen Berührung tut uns gut das hilft zum Einschlafen, gibt uns ein gutes Gefühl.
00:27:52: Es gibt aber auch Studien, die sagen Alleine schlefft sich besser.
00:27:57: Was stimmt?
00:27:58: Ach ich glaub Das darf jeder für sich selber entscheiden.
00:28:03: Da bin ich ganz diplomatisch unterwegs!
00:28:05: Es gibt eine gute experimentelle Studie von Kolleginnen und Kollegen aus Wien, ist schon ein bisschen älter und sehr heteronormativ.
00:28:12: Sie haben eben heterosexuelle Paare untersucht und da hat es sich gezeigt dass Frauen etwas besser alleine schlafen und Männer schlaven eher besser wenn die Partnerin neben ihnen liegt.
00:28:25: Ich denke aber... Das darf ja auch jeder und jede selbst für sich entscheiden.
00:28:29: Und es ist nicht so binär, dass man sagt, wir schaffen entweder ein Bett oder getrennt.
00:28:35: Sondern ... Man kann sagen, wir haben zwei Schlafbereiche, die sind vollwertig ausgestattet.
00:28:41: Jeden Abend überlegen wie fühlen wir uns gerade?
00:28:45: das Bedürfnis jetzt diese Nacht einfach mal alleine zu schlafen oder habe ich das Gefühl, ich möchte gerne die Nähe meines Partners meiner Partnerin haben und dann kann man sich entscheiden.
00:28:56: Oder man könnte ja sogar sagen, man schläft gemeinsam ein, kuschelt ein bisschen und wenn man merkt, die andere Person hat einen Glas Rotwein getrunken und schnauft mir zu fest ins Ohr, dann läcksert man halt doch ins andere Bett.
00:29:10: Ich glaube, man sollte da nicht zu streng mit sich sein.
00:29:14: In getrennten Betten zu schlafen ist kein Predictor für eine schlechtere Beziehungsqualität, sondern wir wissen, Staf ist wichtig für die Ausgeglichenheit dafür.
00:29:23: Dass wir gut Kompromisse finden können und dass wir einfach emotional ausgeglichen sind.
00:29:29: Und deshalb kann es vielleicht manchmal auch sein, dass getrennte Betten der Weg zu einer besseren Beziehung sind
00:29:36: oder auch Getrenntematratzen.
00:29:40: Bildt das auch eine Rolle?
00:29:41: Sollte man da drauf achten?
00:29:42: und dann vielleicht noch die Temperatur im Schlafzimmer, da gibt es wahrscheinlich auch Geschlechterunterschiede.
00:29:48: Ja also bei Matratzen, prinzipiell würde man eher empfehlen getrennte Matratze, vielleicht sogar getrenntet auch Decken zu haben weil wenn man nur eine Matratse hat, dann übertragen sich natürlich auch Bewegungen auf den anderen, die andere Person.
00:30:01: Und auch da gibt es Studien, die zeigen dass eben zum Beispiel das Erwachen sich dann auch auf die andere Personen übertragen kann und dass sie dann eben auch aufwacht bei den Decken zb.
00:30:12: Da reden wir ja über das Mikroklima unter der Decke.
00:30:16: also was ist für mich eine angenehme Temperatur wenn ich nachts im Bett liege und zugedeckt bin?
00:30:23: Und da ist es eben so, dass Frauen eher etwas höhere Temperaturen bevorzugen oder eine besser isolierende Decke als Männer.
00:30:30: Das liegt daran das Frauen zum Beispiel ein etwas schwächeren Stoffwechsel haben.
00:30:34: Das heißt sie produzieren etwas weniger Wärme kennen auch viele Sie haben häufiger kalte Hände und Füße.
00:30:41: Es gibt auch Studien die darauf hinweisen, dass des Testosteron die Kälteempfindlichkeit etwas reduzieren könnte, also dass Männer nicht so kälte empfindlich sind wie Frauen.
00:30:53: Und da denke ich eben wenn man sich seine Decke vielleicht noch sogar für die entsprechende Jahreszeit aussuchen kann damit es eine angenehme Temperatur ist.
00:31:02: das wäre ideal auch weil die Temperatur einen großen Einfluss auf unsere Schlafqualität hat.
00:31:10: Kinder haben sie auch schon angesprochen.
00:31:13: Vorhin mal braucht man da tatsächlich weniger Schlaf, helfen da die Hormone zumindest bei den Frauen aber vielleicht auch bei Partnerinnen oder Partner?
00:31:25: Also was man sagen muss und das sehen wir auch in Studien ist dass wenn ein Kind geboren wird dann schlafen Frau und Mann und natürlich die Person sich primär darum kümmert erstmal weniger.
00:31:37: Das verändert sich natürlich auch im Laufe der Zeit.
00:31:40: Aber wenn wir uns auch anektotische Berichte anschauen, dass Frauen sagen ich war nie in meinem Leben so müde wie seit mein Kind geboren wurde dann müssen wir davon ausgehen das auch Hormone nicht komplett kompensieren können.
00:31:55: nein
00:31:56: kann man sagen dass Menschen die keine eigenen Kinder haben besser schlafen
00:32:01: ja wahrscheinlich schon besser und mehr.
00:32:05: Uns hat noch eine Frage erreicht, spezifisch zu Kindern.
00:32:08: Ich möchte die kurz vorspielen.
00:32:11: Jetzt auch mit Kindern, wir schalten aus dem Schlafgröße und merkst du, dass der wildeste Stoff träumt?
00:32:16: Das hast du nicht gehabt vorher!
00:32:18: Wo kommt jetzt das?
00:32:20: Ist es so?
00:32:21: Verändert sich das Traumverhalten wenn man Kinder hat?
00:32:25: Also dazu kenne ich keine Studie.
00:32:27: Was ich mir mal vorstellen könnte ist eben die Tatsache, dass das einen Einfluss hat.
00:32:34: Denn wir wissen, wir können uns nur an Träume erinnern aus den wir erwachen.
00:32:39: und wenn ich jetzt eben in einer Traumphase geweckt werde auch häufiger aus dem Traum erwache weil eben zum Beispiel das Kind erwacht dann erinnere mich auch besser daran.
00:32:49: okay aber die Kinder kommen ja dann irgendwann mitten in der Nacht und wecken ein.
00:32:57: sie sind ja auch Psychologin.
00:32:59: was passiert eigentlich psychisch, wenn wir längere Zeit schlecht schlafen.
00:33:05: Das ist ein Riesenbelastungsfaktor.
00:33:07: also das Risiko auch beispielsweise für eine Depression aber auch für andere psychische Erkrankungen steigt, wenn man schlecht oder zu wenig schläft.
00:33:18: Das es in vielen Studien sehr gut belegt
00:33:22: und können Schlafprobleme entsprechend auch ein vielleicht Warnsignal sein?
00:33:26: Für Burnout, für Depression
00:33:30: Ja, also häufig ist es so dass eine Verstechterung des Schlafes einer psychischen Erkrankung zum Beispiel einer Depression vorausgeht.
00:33:40: Aber was wir auch sagen müssen die Verbindung Bidirektional, sie geht in beide Richtungen.
00:33:45: Also auch eine depressive Erkrankung führt zu einer Verschlechterung des Schlafes was wir aus Studien zum Beispiel wissen was sehr schön ist.
00:33:53: wenn wir nur am schlaf ansetzen und es schaffen den schlaf zb eben durch eine entsprechende psychotherapie zu verbessern dann verbessern sich auch die depressiven Symptome.
00:34:04: Aber es geht in beide Richtungen und es gibt ganz, ganz viele vielleicht sogar fast alle psychischen Erkrankungen bei denen eben auch der Schlaf betroffen ist.
00:34:14: Heißt das man kann aber mitnehmen?
00:34:17: Zum einen habe ich gehört so ein bisschen man soll sich nicht zu sehr verrückt machen auch eben mit Schlaftrackern oder so bis den entspannten Umgang haben mit dem Schlaf.
00:34:28: aber zum anderen soll man schon wenn man über längere Zeit merkt Das geht nicht mehr so gut mit dem Schlafen, dann soll man das ernst nehmen.
00:34:37: Unabhängig vom Geschlecht!
00:34:39: Ja, unabhängig vom Geschlecht.
00:34:41: Was wir sagen müssen ist der Schlaf ist ein wichtiger Gesundheitsfaktor und nicht nur für die psychische Gesundheit sondern auch für andere Erkrankungen ist er relevant.
00:34:49: also wissen schlechter schlaf zu wenig schlaf erhöht es auch das risiko Für Herzkreislauferkrankungen für stoffwechsel erkrankungen wie adipositas also krankhaftes übergewicht oder diabetes typ zwei.
00:35:01: Das heißt ja wir sollten unseren schlaf ernst nehmen vielleicht auch gerade noch mal bei Frauen, weil ich glaube viele Frauen erleben das.
00:35:09: Dann sagt ja dann schau halt dass du ein bisschen weniger Stress hast und dann wird es schon!
00:35:14: Ich glaube man sollte sich nicht abspeisen lassen sondern wirklich dahinter her sein.
00:35:18: wir haben effektive Therapiemethoden für die Insumni eben mit dieser kognitiven Verhaltenstherapie.
00:35:25: da darf man auch einfordern Zumindest ist auch meine persönliche Wahrnehmung, es ist manchmal gut sich vor einem Arzttermin klarzumachen.
00:35:35: Was ist überhaupt mein Ziel?
00:35:36: Was möchte ich eigentlich?
00:35:38: und dann ist man etwas weniger darauf angewiesen was wird mir eigentlich angeboten?
00:35:43: Das wäre meine Empfehlung auch gerade für Frauen.
00:35:46: Wenn man eben eine Ärztin oder einen Arzt konsultiert, was müsste sich ihrer Meinung nach ändern damit wir alle etwas besser oder vielleicht auch genug schlafen?
00:36:00: Ja, das ist eine sehr große Frage die natürlich wieder verschiedene Ebenen hat.
00:36:04: Ich glaube wenn wir mal bei der medizinischen Ebene bleiben ich glaube dass es wünschenswert ist dass überhaupt im medizinischen Kontext dem Schlaf mehr Wichtigkeit beigemessen wird, dass er ernster genommen wird.
00:36:19: Wie viele Personen wurden beim Haushatz bei der Hausärztin schon mal nach dem Schlafen gefragt und dass sie es angesprochen haben?
00:36:24: Das wäre sicher ein erster Schritt.
00:36:26: dann wenn man nochmal auf den Aspekt gender schaut das man's bei beiden Geschlechtern ernst nimmt und nicht einfach sagt irgendwie naja dass man als Frau Schlafprobleme hat das ist ja irgendwie normal Mit der Konsequenz, da müssen wir eigentlich auch nichts machen.
00:36:38: Das ist sicher das Einig.
00:36:39: Ich glaube aber auch auf einer gesellschaftlichen Ebene müssen wir einfach erkennen dass für uns als Gesellschaft es am besten ist wenn möglichst viele Menschen möglichst gut und ausreichend schlafen.
00:36:53: Denn wir wissen beispielsweise auch Störungen Schlafprobleme verursachen enorme wirtschaftliche Kosten.
00:37:00: Vielleicht ist es auch gerade bei Frauen so, die haben eher Schlafprobleme.
00:37:05: Die können ihr berufliches Potenzial nicht vollkommen ausschöpfen was sich auch wieder auf die Wirtschaftsleistung natürlich dann auswirkt.
00:37:13: Vielleicht sagen die aber auch so, poh nie.
00:37:15: Also diesen beruflichen Schritt den Karriereanstieg, den will ich jetzt lieber nicht gehen?
00:37:19: Ich trau mir das nicht zu weil mein Schlaf ist ja nicht so stabil.
00:37:23: Das heißt auch da müsste man schauen wie kann man Menschen Zugang gewähren zu gutem zu ausreichendem Schlaf um dann eben auch letztlich den maximalen Benefit für unsere Wirtschaft rauszuholen.
00:37:36: Und wenn man jetzt nochmal eher auf die Beziehungsebene schaut, dann sollten wir sicher auch uns überlegen wie können wir als Gesellschaft das fördern dass zum Beispiel mehr Ausgeglichenheit bei einem Mental Load, bei Kehrarbeit besteht.
00:37:53: Da wissen wir eben aus aktuellen Studien liegt hauptsächlich immer noch bei den Frauen in einer Frau-Mann-Beziehung.
00:38:01: Ich glaube, auch da sind wir als Gesellschaft zu viel für Gleichberechtigung getan und erreicht haben.
00:38:08: Da sind wir immer noch im Prozess.
00:38:11: Wir sind auch in einem Prozess in puncto gender Medizin.
00:38:15: Da ist viel am Gehen, es braucht aber noch viel Forschung.
00:38:19: wo würden Sie sich in Bezug auf Schlaf noch mehr geschlechter spezifische Forschung wünschen?
00:38:26: Ich glaube es wäre wünschenswert, dass wir gerade zum Beispiel in der Psychotherapie nochmal schauen gibt das vielleicht wirklich systematische Unterschiede zwischen den Geschlechtern wo wir den Fokus hinlegen müssen.
00:38:36: Also wer profitiert zb von bestimmten Interventionen mehr als das andere Geschlecht?
00:38:44: Aber zum Beispiel auch im Bereich der Medikamente ist es so Da gibt es eigentlich keine Unterschiede.
00:38:50: Wir machen keine Unterschiedes jetzt gerade für neue Medikamente, die erst seit wenigen Jahren auf dem Markt sind.
00:38:57: Da fehlen einfach noch die Daten.
00:38:59: aber da wäre sicher gut man würde mal hinschauen und sagen hey brauchen Frauen und Männer brauchen die eine andere Dosis?
00:39:05: oder können wir vielleicht auch bestimmte Konstellationen von Symptomen und im Geschlecht identifizieren, wo ein bestimmtes Medikament besonders hilfreich ist oder aber vielleicht auch ein anderes.
00:39:17: So dass wir da eben auch mehr ein... Es geht so ein bisschen in diese Richtung personalisierte Medizin, das wir auch in der Personalisierung von Behandlung des Geschlechts mehr mit einbeziehen.
00:39:28: Ich möchte zum Schluss nochmal für alle einfach von der Schlafforscherin persönlich gerne hören was sind Ihre Tipps für einen möglichst gesunden entspannenden Schlaf.
00:39:41: Was können wir selber tun?
00:39:44: Wenn wir nochmal das Thema Stress aufgreifen, dann glaube ich es ist wichtig dass man im Alltag dafür sorgt, dass das Stresslevel nicht zu sehr steigt.
00:39:52: kann da auch so mit kleinen Entspannungsinseln am Tag arbeiten wo man sagt zehn fünfzehn Minuten?
00:39:57: ich komme einfach mal zu mir Ich mache vielleicht einen kurzen Spaziergang oder nehmen mir anderweilig Zeit kurz einmal zur Ruhe zu kommen.
00:40:06: Das kann hilfreich sein!
00:40:09: Wir wissen aus der Forschung auch, ein regelmäßiger Rhythmus, also ein regelmäßiger Schlafwachrhythmus ist hilfreich und unser Körper liebt es einfach wenn er vorhersagen kann wann wir ungefähr am Abend ins Bett gehen werden.
00:40:22: den sollte man möglichst auch im Wochenende einhalten.
00:40:24: umso mehr natürlich je mehr man mit dem schlaf zu tun hat Und ich glaube prinzipiell ist mir immer eine entspannte Haltung gegenüber dem Thema wichtig.
00:40:34: Es ist nicht zu sehr stressen, aber trotzdem auch ein Augenmerk auf möglichst guten Schlaf lenken und ich finde es wichtig dass alle Menschen verstehen das der Wunsch nach gutem Schlaf ein Legitimer ist und zwar für alle Menschen.
00:40:50: Ich könnte Ihnen noch ewig zuhören.
00:40:52: vielen herzlichen Dank für das Teilen Ihres umfassenden Wissens und für den spannende Austausch!
00:40:59: Danke von Herzen für das Gespräch Christine Blum
00:41:01: Sehr gerne.
00:41:03: Ja, in der nächsten Folge sprechen wir über unsere Psyche.
00:41:07: Was können wir tun um unsere mentale Gesundheit positiv zu unterstützen?
00:41:12: Wo gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede?
00:41:15: wie beeinflussen uns Stereotypen und soziale Erwartungen?
00:41:19: Warum werden Depressionen bei Männern oft spät erkannt Und grübeln Frauen mehr?
00:41:26: Eure Fragen wie immer, gerne via Instagram oder Mail.
00:41:30: Die Adressen findet ihr in den Shownotes.
00:41:32: und zu guter Letzt!
00:41:34: Dieser Wissens-Podcast ist nur möglich dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Philas Foundation – die Stiftung setzt sich ein für eine geschlechtersensible Medizin.
00:41:44: Danke fürs Zuhalloser und gute Tage euch mit hoffentlich schönen Entspannungsänseln.
00:41:50: Tschüßtämmer.
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