«Mentale Gesundheit – und weshalb Depressionen bei Männern oft nicht erkannt werden» | Andreas Walther & Undine Lang
Shownotes
Warum sterben zwei- bis dreimal mehr Männer durch Suizid, obwohl Depressionen bei Frauen doppelt so häufig diagnostiziert werden? Ein wichtiger Risikofaktor für Suizid ist eine Depression – und bei Männern zeigt sich diese oft anders: nicht durch Traurigkeit, sondern durch Gereiztheit, Aggressivität oder Substanzkonsum. Deshalb bleiben diese «maskierten Depressionen» häufig unerkannt. Es gibt konkrete Wege, wie die mentale Gesundheit gestärkt werden kann.
In dieser Episode erklärt Prof. Dr. Andreas Walther, Psychologe und Professor für Psychotherapie-Forschung an der Universität Graz, warum Männer seltener Hilfe suchen und was es braucht, damit sie es tun. Prof. Dr. Undine Lang, Klinikdirektorin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, zeigt, wie Bewegung, Ernährung und soziale Kontakte die mentale Gesundheit aller Geschlechter stärken – und wo die genderspezifische Forschung noch Lücken hat.
Ein Gespräch über hartnäckige Mythen und darüber, was jede und jeder von uns für das eigene Wohlbefinden tun kann.
Take Home Messages:
- Männer drücken Gefühle oft anders aus. Gesellschaftliche Erwartungen, stark und stoisch zu sein, erschweren es vielen, rechtzeitig Hilfe zu suchen.
- Depressionen bei Männern äussern sich oft durch Gereiztheit, Aggressivität oder Substanzkonsum – weniger durch Traurigkeit wie bei Frauen. Eine solche «maskierte Depression» wird häufig übersehen und bleibt deshalb unbehandelt.
- Zwei- bis dreimal mehr Männer als Frauen sterben durch Suizid – obwohl Depressionen bei ihnen seltener diagnostiziert werden. Die Dunkelziffer für Männer mit Depressionen ist wahrscheinlich sehr hoch.
- Bewegung ist in allen psychiatrischen Leitlinien verankert und hilft nachweislich bei Depressionen. Auch mediterrane Ernährung und echte soziale Kontakte schützen die mentale Gesundheit.
- Wer merkt, dass sich jemand verändert, zum Beispiel anders wirkt oder öfter Ärger zeigt, sollte die Person ansprechen und fragen, was los ist. Dies kann ein erster Schritt sein, damit jemand früher Hilfe sucht.
Habt ihr Fragen, die ihr Bigna Silberschmidt mitgeben wollt oder eine spannende Anekdote zu erzählen? Schreibt ihr auf Instagram: www.instagram.com/bignasilberschmidt oder schickt uns ein Mail an kontakt@uebergendermedizin.ch.
Dieser Wissenspodcast ist nur möglich dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Philas Foundation. Die Stiftung setzt sich ein für eine geschlechtersensible Medizin. www.philas-foundation.ch
Moderation und Redaktion: Bigna Silberschmidt Eine Produktion von FatzerImbach AG www.fatzerimbach.ch
Transkript anzeigen
00:00:00: Hoi miteinander, schön seid ihr dabei beim Podcast über Gendermedizin und warum sie das Leben von Frauen und Männern und generell aller Menschen angenehmer macht.
00:00:11: Ja in der Medizin ist eine Ungleichbehandlung der Geschlechter oft gesünder – Sie kann sogar Leben retten!
00:00:17: Mein Name ist Bina Silberschmidt.
00:00:19: ich bin Journalistin & Host dieses Podcasts und hole für euch Folge für Folge wissenschaftliche Antworten und praktische Tipps von Expertinnen und Experten etwa zu unterschieden bei Hormonen, Schlafverhalten, mentaler Gesundheit oder Schmerzempfinden.
00:00:35: Auch immer dabei?
00:00:37: Fragen von euch!
00:00:39: In Folge vier widmen wir uns unserer Psyche – haben Männer und Frauen wirklich so einen anderen Zugang zu ihren
00:00:47: Gefühlen?!
00:00:48: Wie beeinflussen uns geschlechterspezifische Stereotype- und soziale Erwartungen?
00:00:54: Warum werden Depressionen bei Männern oft nicht oder erst spät erkannt?
00:00:59: Und was können wir alle tun, um unsere mentale Gesundheit positiv zu unterstützen.
00:01:06: Ich spreche heute mit zwei Fachpersonen die beide unterschiedliche Forschungsschwerpunkte haben im Bereich mentaler Gesundheit und spannende Perspektiven zur Gendermedizin Aspekten in der Psychotherapie einbringen können!
00:01:22: Psychologe und Professor für psychotherapieforschung an der Universität Graz.
00:01:28: Und undine Lang, Kliniktirektorin der universitären psychiatrischen Kliniken Basel.
00:01:33: Grüezi miteinander!
00:01:35: Hallo, schön hier zu sein.
00:01:37: Ja zum Einstieg je eine persönliche
00:01:39: Frage.
00:01:41: Undine Lang haben Sie heute schon bewusst etwas für Ihre mentale Gesundheit gemacht?
00:01:47: Und wenn ja was...
00:01:49: Ich war heute Morgen schon spazieren mit meinem Hund und das ist sicher etwas, was mich immer erdet und gesund hält.
00:01:57: Ein Ritual ein tägliches.
00:01:59: Schön!
00:02:00: Andreas Walter warum sitzen Sie sich spezifisch mit psychischer Gesundheit von Männern auseinander?
00:02:09: Für mich war es einerseits Zufall, dass ich an den Lehrstuhl von Professorin Eilert damals kam.
00:02:16: Die sehr viel für Frauen getan hat und auch Forschung mit schwangeren menopausalen Frauen betrieben hatte und sie dann gesagt hat jetzt braucht es einen Shift!
00:02:25: Ich möchte jetzt auch mal mehr die Männerperspektive da abgreifen.
00:02:29: und das war für mich so ein bisschen Winkel mit dem Zaunfall.
00:02:32: und er hat sich gesagt okay was passiert denn wenn zum Beispiel Männer älter werden?
00:02:35: Wie sind da das Testosteron?
00:02:37: Was hat es für
00:02:37: Konsequenzen?".
00:02:38: Und das war für mich dann klar, okay ich will in die Richtung gehen.
00:02:42: Das hat bei mir auch noch einen privaten Aspekt, da ich ein Selbstbetroffener bin, da mein Vater eine unerkannte Depression hatte und danach im Spätfolge der noch einen Suizid begangen hat und da im Nachgang gestorben ist und mir das Thema immer schon sehr wichtig war und ich mich weiterhin dafür einsetzen
00:02:59: möchte.".
00:03:00: Danke fürs Teilen dieser persönlichen Geschichte!
00:03:04: Das tut mir sehr leid, dass Sie diese Erfahrung machen mussten und schön, dass sie mit Ihrer Forschung etwas so wertvolles für andere Männer schaffen.
00:03:15: Bevor wir eintauchen in die verschiedenen Themen hören wir ein paar Stimmen aus der Bevölkerung wie sie Unterschiede bei den Geschlechtern wahrnimmt.
00:03:26: Mein Mann ist mehr ein Diskret, der sich das Gefühl hat in seiner Männlichkeit kann er sich schnell als Schwach fühlen.
00:03:35: Wenn er zugeben muss an die Heimat läuft es nicht so gut oder mit einer Frau ... Oder auch im Geschäft.
00:03:43: Es ist viel Stress.
00:03:45: Ich weiss nicht wie ich es handeln soll.
00:03:47: Sie ziehen sich ja mehr zurück.
00:03:49: Du hast das Gefühl, dass man weniger über das redet?
00:03:52: Ist jetzt
00:03:53: auch mehr
00:03:53: geworden?
00:03:54: Aber eher versuchen, selber
00:03:57: eine Lösung
00:03:57: zu finden.
00:03:58: Personen, die männlicher so sozialisiert worden sind, dass man sagt, er
00:04:01: ist eine starke
00:04:02: Person und muss immer alles leisten können,
00:04:06: keine Schwäche
00:04:06: zeigen.
00:04:07: Und dementsprechend versucht das dann in Geheimen zu regeln.
00:04:12: Ich glaube
00:04:12: es ist ein bisschen scheehaft, wenn Frau aufhört darüber ... Wenn es nicht so gut geht
00:04:20: oder wenn sie überfordert
00:04:21: ist, fragt schneller vielleicht um Hilfe.
00:04:24: Aber ich glaube in der aktuellen Zeit muss er den Mann auch immer mehr zuzuladen aussprechen, wenn es ihm
00:04:34: nicht gut geht und nicht in dieser Rolle
00:04:35: verharren muss, wo er
00:04:37: stark
00:04:38: etc.
00:04:38: ist.
00:04:39: Es ist nach wie vor ein Asstabutthema, bei dem wir jetzt weniger gerne darüber reden wie über eine körperliche Erkrankung.
00:04:47: Ich habe
00:04:49: das Gefühl,
00:04:50: dass Frauen hier eher Hilfe in Anspruch nehmen wie Männer.
00:04:54: Und dass wir schon mit dem Rollenbild zu tun
00:04:57: haben.
00:04:59: Es sind viele Themen, die gerade angesprochen wurden und wir dröseln gemeinsam auf.
00:05:07: Welche psychischen Erkrankungen betreffen eigentlich v.a.
00:05:11: Männer?
00:05:13: Also alle psychischen erkrankungen treffen auch Männer.
00:05:18: Es gibt aber Erkrankungen, wo eben Männer oder jeweils Frauen stärker repräsentiert sind in ihrem Inanspruchnahmeverhalten.
00:05:26: Das haben wir ja auch schon bei den Beiträgen gehört, dass Männer tendenziell vielleicht weniger Hilfe suchen bei gewissen Erkrankungen und deshalb sind die Häufigkeiten von den Erkränkungen unterschiedlich weil die Krankheitsbilder teilweise auch anders aussehen.
00:05:40: zum Beispiel
00:05:41: Und wo sind Sie bei Männern besonders häufig?
00:05:44: Also zum Beispiel ADHS ist häufiger bei Männern.
00:05:47: Das liegt aber auch daran, dass die Erkrankung sich etwas anders äußert weil sie eher zu impulsiveren Verhalten oder unruhigerem Verhalten neigen während es bei Frauen die fehlende Aufmerksamkeit eher im Sinne von so einer verträumten Situation ist.
00:06:02: und dadurch sieht man's einfach bei Jungs mehr wie beim Mädchen fällt mehr auf im Alltag, im Unterricht zum Beispiel.
00:06:10: Und gibt es psychische Erkrankungen, die vor allem Frauen betreffen?
00:06:14: Also Depressionen und Angsterkrankungen sind doppelt so häufig bei Frauen.
00:06:20: Auch zum Beispiel bei den Essstörungen sind Frauen tendenziell eher mehr betroffen.
00:06:27: Und bei Abhängigkeitserkrankungen ist es so, dass es davon abhängt welche Abhängigkeit Erkrankung von welcher man redet.
00:06:35: Früher war Alkoholabhängigkeit für Männern deutlich häufiger die haben aber Frauen in den letzten Jahrzehnten aufgeholt.
00:06:42: Aber zum Beispiel bei Drogenabhängigkeit oder Gaming online, Erkrankung und Casino sind Männer deutlich stärker repräsentiert.
00:06:50: Frauen sind wahrscheinlich bei Kauf suchtstärke repräzentiert aber nehmen da kaum also zumindest was ich beurteilen kann aus unseren therapeutischen Angeboten kaum Therapie in Anspruch.
00:07:02: Wir legen nun den Fokus eine Weile spezifisch auf die mentale Gesundheit der Männer, dem Spezialgebiet von Andreas Walter.
00:07:11: Er macht viel Forschung dazu.
00:07:13: und dazu gleich die Frage einer Zuhörerin.
00:07:16: Könnte man ihre Gefühle wirklich nicht warnen oder wollen sie es einfach nicht?
00:07:21: Da würde ich ihn... Schieden der Gegenstimme und sagen, natürlich nehmen Männer auch ihre Gefühle sehr gut wahr.
00:07:29: Es kann sein dass sie ein bisschen in einer Normalverteilung ein bisschen weniger gut sind also das da ein bisschen Unterschiede gibt.
00:07:39: aber am Ende geht es darum wie sie auch kommuniziert werden die gefühlen.
00:07:42: ich glaube da ist der große unterschied.
00:07:43: also Wie drücken die Männer die gefülle aus?
00:07:48: Wahrnehmt tun Sie sie und vielleicht können sie teilweise nicht so gut einordnen.
00:07:53: Aber auch da, also in meiner klinischen Tätigkeit als Psychotherapeut habe ich da sehr viele Männer kennengelernt die sehr gut ihre Gefühle wahrnehmen können und auch verbalisieren können.
00:08:04: Aber manchmal ist es auch gesellschaftlich oder in gewissen Beziehungen nicht so gewollt vom Mann selbst oder von der anderen Partei weil sehr oft ist doch noch dieser Anspruch dass der Mann eigentlich dieser Fels in der Brandung sein darf sein sollte Stoisch sein sollte entsprechend, ist da eher der Hund begraben.
00:08:27: Darauf und auf die Auswirkungen davon gehen wir gleich noch ein.
00:08:32: Die Nelang hat es schon angesprochen.
00:08:35: Depressionen und Angststörungen werden bei Frauen so in unseren Breiten geraten.
00:08:40: Da doppelt so häufig diagnostiziert wie beim Männern.
00:08:43: Gleichzeitig gibt es zwei bis drei Mal mehr Suizide bei Männern als ... Bei Frauen, Andreas Walter.
00:08:51: Wie ordnen Sie diesen Sachverhalt ein?
00:08:55: Also das ist ja irgendwo ein Paradox muss man sagen.
00:08:57: oder weil Depressionen einer der primären Risikofaktoren für Suizid.
00:09:02: Entsprechend sind Männer wirklich nur halb so häufig vertreten bei den depressiven Störungen.
00:09:09: und da gibt es ein paar Studien, einschlägige Studien die halt zeigen.
00:09:14: einerseits kommen Männer nicht so oft ins Gesundheitssystem rein.
00:09:17: Sie suchen nicht die Hilfe, sie gehen nicht psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
00:09:22: entsprechend werden sie weniger vorstellig im System und man erkennt sie wenig.
00:09:25: das heißt da sind einerseits die Zahlen schon geringer.
00:09:28: der andere Punkt ist auch noch dass Männer sehr oft solche Männer typischen externalisierenden Depressionssymptome zeigen die nicht den klassischen Depression Symptomen von depressiver Stimmung Interessensverlust äh äh Äh.
00:09:43: ähneln, sondern mehr auch im Bereich Substanzkonsum erhöhter.
00:09:46: Substanz-Konsum ärger Aggressivität aber auch reduziert Impulskontrolle Risikoreiches Verhalten, Somatisierung und so ein Symptom sich da bildet das sie gegen Außenehr darstellen.
00:09:57: Aber eigentlich dahinter verbirgt sich eine maskierte Depression Und dann werden Sie weniger erkannt.
00:10:02: Dann gibt es eben auch Studien wo wenn man diese Symptome mit dazuzählt Wenn man das diagnostizieren möchte dass ich dann die ähm Raten angleichen.
00:10:11: Okay also Wenn Depression ein primärer Faktor ist für Suizid, dann ist es wahrscheinlich auch davon auszugehen dass die Depressionsanzahl bei den Männern auch höher liegt.
00:10:23: Die Depressationsrate ist meines Erachtens wesentlich höher als wir das bis jetzt annehmen.
00:10:28: Da sind sehr viele unerkannte Depressionen da und Männer kommen oftmals später in das Gesundheitssystem rein wenn's teilweise schon kronifiziert ist was später ist Und Frauen suchen sich früher Hilfe, dass auch wieder ein Infekt gibt.
00:10:45: Dass bei gewissen Mann und solche Depressionen vielleicht sich gar nicht als Depression dann im Gesundheitssystem widerspiegeln, sondern weil sie schlechte Bewältigungstrategien hatten und zum Beispiel dann vielleicht Substanzkonsumstörungen entwickelt haben als Bewältigungsstrategie.
00:10:57: Also ich hatte eine Depression, da gehe ich aber eher häufiger Alkohol trinken, weil ich damit das besser bewältigen möchte.
00:11:06: Am Ende habe ich nicht eine Depression diagnostiziert, sondern eine Substanzkonsumstörung.
00:11:10: Die ja doppelt so häufig vertreibt ist bei den Männern.
00:11:12: Das mit dem weniger Hilfesuchen beim Männern?
00:11:17: Das haben Sie beide jetzt schon mehrfach angesprochen!
00:11:20: Warum ist das so?
00:11:22: Das ist aufgrund dieser traditionellen Maskonitätsideologien... ...das ist ein Fachtherminus, den ich da jetzt bringen.
00:11:29: Das sind gesellschaftlich Konstruierte und sozial akzeptierte Normen und Standards darüber wie Männer zu sein, sich zu verhalten haben.
00:11:38: Das hatte ich vorhin schon ein bisschen angetünt und auch die Fragen von den Gesprächspartnern, die Sie vorhin kurz eingeblendet haben, spiegeln das auch wieder.
00:11:47: Das sind Vorstellungen darüber dass Männer stark stoisch sein sollten, dass sie emotional restriktiv sein sollten.
00:11:54: Dass sie eigenständig sein sollten.
00:11:56: also man sollte zum Beispiel seine Probleme selbst im Griff haben und nicht irgendwie sich damit bei anderen auslassen.
00:12:02: Und das sind solche Überzeugungen, die in unserer Gesellschaft weiterhin wirken.
00:12:05: Dass Männer natürlich da auch den Anhaften, denen entsprechen möchten und dann nicht die Hilfe suchen.
00:12:11: Diese, wie haben Sie gesagt traditionelle Männlichkeits?
00:12:14: Maskulinitätsideologien.
00:12:15: Masculinitäts-Ideologien zeigt sich bei allen Geschlechter, also sind alle quasi davon betroffen.
00:12:22: oder haben wir alle diese in uns?
00:12:24: Genau!
00:12:25: Die Geschlechtsrollen, Sozialisierung ... Das ist der Prozess, wo schon Jungen und Mädchen gelernt wird wie sie zu sein haben als Junge und Mädch.
00:12:35: Also Pink ist eher für Mädchen, Blau ist ja für Jungs.
00:12:38: So diese alten Denktmannstereotypen oder Jungs spielen eher mit Autos, Mädchen eher mit Puppen.
00:12:45: das sind so diese Sozialisierungseffekte die sowohl bei Männern dann aber auch bei Frauen natürlich irgendwo internalisiert sind.
00:12:54: Es gibt Personen die befürworten weniger und sind auch weniger konform mit ihnen, aber es gibt viele Personen, die relativ stark diese vertreten.
00:13:02: Und entsprechend kann es bei Frauen und Männern diese Überzeugung geben.
00:13:07: Es ist interessant dass offenbar sozialisierte Aspekte hier einen sehr großen Einfluss darauf haben ob sich Männer überhaupt Hilfe suchen und das dann je nachdem vielleicht auch zu einem erfolgreichen Therapieverlauf kommen könnte.
00:13:20: Gibt es auch biologische Faktoren?
00:13:24: Wir haben relativ stark die Biologie auch mit untersucht und wenn ich in unseren Analysen den Modellen, die biologischen Variablen mit den sozialen Variabeln mitlaufen lasse, dann erklären die sozialen variablen viel mehr Variant.
00:13:38: Das heißt auf Deutsch übersetzt sie sind viel stärker.
00:13:42: Wenn wir jetzt zum Beispiel einen Faktor uns angucken erklärt Testosteron Hilfesuchverhalt oder erklär Testosterone depressive Symptomatik viel weniger als andere sozialisierte Variablen, wie zum Beispiel diese traditionellen Maskulinitätsideologien.
00:13:59: Oder auch da gibt es andere Variaben die man natürlich auch nennen darf wie zb Kindheitstraumata aber das gehört eher in die Kategorie da rein.
00:14:09: Was braucht es denn um diese traditionelle Maskulinität Ideologien aufzulösen?
00:14:15: Also dass es auch Männern besser gehen kann.
00:14:18: Das Ziel ist nicht unbedingt aufzulösen, weil wenn sie ja gesellschaftlich konstruiert und sozial akzeptiert sind dann werden Sie von unserer Gesellschaft mitgetragen.
00:14:27: Also sind Sie auch sehr kontextabhängig zu betachten.
00:14:32: eine dieser Ideologie nicht zum Beispiel auch Statustreben oder Gewinnen Und wenn sie jetzt zum Beispiel eine Fußballmannschaft aufs Feld schicken, dann möchte die immer noch gewinnen.
00:14:44: Dann ist diese Ideologie natürlich auch förderlich in dem Zusammenhang.
00:14:47: Aber denken Sie z.B.
00:14:48: an den aufsteigenden jungen Herren oder junge Dame, die dann gewinnen möchten und aufsteigen Status streben hat?
00:14:57: Das ist in diesem Zusammenhang nicht schlecht!
00:14:59: Im Hinblick auf die psychische Gesundheit sehen wir einfach dass das durchgängig zu... negativen Konsequenzen führt.
00:15:06: Vor allem diese Subdimension der Self-Reliance, also der Eigenständigkeit und der Emotional Control, dass man seine Emotionalität restriktieren sollte als Mann.
00:15:15: Die sind ziemlich schädlich weil man kann sich da nicht öffnen weder seiner Partnerin gegenüber noch irgendwo einem Mental Health Spezialisten Und das führt dazu, dass Man sich alleine mit dem Problem fühlt und dass man es nicht wirklich gut bewältigen kann.
00:15:28: Ich glaube ich muss vielleicht meine Frage auch noch ein bisschen anders stellen in die Richtung was Kann man vielleicht eben auch machen, damit sich Männer Hilfe holen?
00:15:40: Das was wir jetzt hier gemacht haben ein Podcast drüber.
00:15:42: Dass Männer wissen ah okay da gibt es verschiedene Formen von depressiven Venotypen sag ich mal so wie sich eine Depression ausdrückt.
00:15:51: aber wenn ich jetzt zum Beispiel die ganze Zeit gereizt bin und angespannt bin und ich habe ja noch Nackenschmerzen und an wie gibt's körperlich keine Erklärung dafür kann das sein dass er vielleicht auch eine psychische Erklärungen dafür geht und dass ich das vielleicht mal abklären gehe sehr viele Selbsttests im Internet, die häufig auch gute Erste befunden liefern.
00:16:10: Wichtig ist das wir in unserer Gesellschaft einfach wissen dass es dieses Phänomen gibt, dass es diese Ideologien gibt und dass jeder Mann für sich selbst auch entscheidet okay wie fest möchte ich da auch konform sein?
00:16:22: oder gibt es da auch gewisse Sachen wo es dann für mich auch hinterlich ist also im Sinne von... Kann ich auch Hilfe annehmen, kann ich Hilfe suchen?
00:16:30: Wenn ich das nicht kann, dann sollte ich vielleicht bei dieser Eigenständigkeitsnorm bedienen mich zu hinterfragen.
00:16:35: Tut mir das wirklich gut oder lege ich das jetzt ab weil ich gerade in einem anderen Punkt in meinem Leben bin?
00:16:41: Es gibt beim Männern aber auch eine hohe Therapieabbruchrate also in Studien bis zu fünfundzwanzig Prozent.
00:16:49: was gibt es dafür Tipps oder wie kann man dem entgegenwirken?
00:16:54: Also gerade in der Therapie, wenn wir jetzt über die klassische Psychotherapie sprechen.
00:16:59: Da kommt häufig eine Norm, das ist diese Dominanz-Norm.
00:17:01: Man muss also man dominant auftreten und auch Situationen kontrollieren in Kontrolle sein.
00:17:06: Und in einer Psychotherapien kann es häufig auch sein dass man zunächst einfach mal die Kontrolle abgeben darf.
00:17:10: Der Therapeutin dem Therapeutin sich emotional öffnen muss.
00:17:14: da kann man die Kontrolle teilweise auch verlieren.
00:17:18: Das sind natürlich auch Sachen, die am Anfang vielleicht auch beängstigend wirken.
00:17:22: Und entsprechend kann man da als Therapeut, wenn man diese Prozesse kennt, da früh entgegenwirken zum Beispiel dass man so eine Dominanz-Dimension im Auge hat und merkt der Mann kämpft gerade ein bisschen das er hier die Dominanz abgeben muss.
00:17:35: dann kann man auch solche Statusausgleich Interventionen machen als Therapeuten, wo man dem Patienten dann signalisiert hey ich bin ja nicht irgendwie übermächtig und du musst alles machen, was ich mir vorstelle.
00:17:47: Und wir sind hier einem Team zusammen und wir möchten zusammen zum Beispiel diese Depression bewältigen.
00:17:52: Ich bin hier wirklich als Coach an deiner Seite und wir machen das zusammen.
00:17:56: also man schafft ja auch so ein Wir-Gefühl
00:17:57: z.B.,
00:17:58: um dann diese Dominanzunterschiede gefühltem Auszug gleich und dann fühlt sich der Mann sehr schnell viel besser.
00:18:06: Das haben wir in unseren Studiendaten, dass wenn wir solche Interventionen machen... therapeutische Allianz dann bei den Männern signifikant zunehmend und schneller zunimmt als wenn wir klassische kognitive Verhaltenstherapie machen.
00:18:18: Ja, Sie haben ja da an der Universität Zürich eines der weltweit ersten männerspezifischen Einzelterapie-Programme entwickelt.
00:18:26: Gibt es da noch Erkenntnisse was besonders gut funktioniert?
00:18:31: Was wichtig ist das wir diesen Geschlechtsrollenkonflikt im Auge behalten bei den Männern, weil Männer haben sozusagen eine Doppelbelastung.
00:18:39: Weil sie einerseits die Depression haben – das sind die klassischen Symptome, depressive Verstimmung, Interessensverluste oder eben auch Suizidgedanken und gleichzeitig haben Sie auch noch den geschlechtsvollen Konflikt der aus den regiden- und restriktiven traditionellen Maskulinitätsideologien resultiert, dass sich sozusagen abwertenweise jetzt eine Depression haben.
00:18:59: also ich als Mann darf doch nicht so ne Frauenkrankheit haben.
00:19:03: Also, dass diese Selbstabwertungen auch noch mitschwingen oder eben auch sagen ich darf eine Depression gar nicht haben weil das ist nichts was wir haben.
00:19:12: Ich darf mir auch keine Therapie dafür suchen.
00:19:14: Das heißt also da haben wir wieder eine Doppelbelastung die wir am Anfang wenn wir das mit entsprechenden Intervention gut auflösen können auch bessere Therapien hinkriegen weil sonst diese Geschlechtsrollenkonflikte immer wieder zu Therapieinterferierenden Prozessen führen.
00:19:29: Dann sträubt sich der Mann, die haben eben eine höhere Abbruchquote.
00:19:32: und wir sehen auch in einer Studie dass Männer mit einer höheren Konformität zu diesen traditionellen Maskomitänzideologien auch häufiger die Therapien abbrechen als Männer mit einem geringeren Konformitet dazu.
00:19:44: das heißt also auch das kann man reflektieren, mit dem Mann nach vorne holen zum Beispiel auch sagen okay also wieso zeigst du z.B.
00:19:50: in deinem Alltag diese Symptomatik deiner Frau Genio bist du ärgerlich aggressiv aber zu Hause oder am Arbeitsplatz wenn dich niemand sieht dann singst du in dich zusammen bis traurig.
00:20:00: wieso muss diese Maske aufrechterhalten werden?
00:20:03: und dann kommt man mit den Männern dahin?
00:20:04: a ok hier geht es um traditionelle Maske.
00:20:06: mir tätsche Ideologien.
00:20:07: ich darf keine vulnerablen Emotionen zeigen.
00:20:10: Männer dürfen ja eh sowieso nur.
00:20:12: Die einzige negative sozial akzeptierte Emotion ist Ärger und Aggression bei Männern.
00:20:18: Hoffnungslos, traurig, verzweifelt das dürfen sie gegen Außen nicht sein sonst werden sie nicht mehr so männlich wahrgenommen.
00:20:23: Und entsprechend kann man das mit den Männern wirklich gut aufarbeiten.
00:20:26: Sie erkennen sich sehr oft selbst darin und können das dann für sich so reflektieren dass sie sagen Das brauche ich nicht mehr.
00:20:34: aber das möchte ich mir beibehalten und auch für sich eine Maskronitätsideologie selber etablieren die sie leben möchten.
00:20:41: Da muss sich auch das medizinische Personal oder die Therapeutinnen und Therapeuten auch mit diesen Maskelinitätsideologien auseinandersetzen?
00:20:50: Ja, also wir haben den Anspruch an unsere Studientherapeutinnen, die diese Therapie gegeben haben natürlich gehabt.
00:20:57: Auch dass sie sich selber reflektieren im Hinblick auf ihre Erwartungen was den Männer überhaupt leisten können in der Therapie.
00:21:04: Und da haben wir eine Studie durchgeführt mit fourhundertdreißig Therapeutinnen wo wir gesehen haben Wenn wir die Therapeut-Innen fragen, mit wem machen sie lieber Psychotherapie für Depressionen?
00:21:15: Männer, Frauen oder beiden gleich.
00:21:17: Oder wo finden Sie es auch einfache erfolgreiche Therapien hinzukriegen?
00:21:21: Dann sagen zwei Drittel mit beidem gleich und dann aber etwa sechsundzwanzig bis siebenund zwanzig Prozent sagen ich mach das lieber mit Frauen da ist es einfacher.
00:21:31: Und diese Personen die das angeben haben selbst an der Sammlung gemessen auch höhere traditionelle Maske mit Hätzideologien davon aus, dass Männer zum Beispiel weniger Zugang zu ihren Emotionen haben.
00:21:43: Dass Männer vielleicht in der Therapie eben auch die Dominanz behalten möchten und dann das schwierig werden, dass sie da in Probleme reinlaufen werden in eine Therapie.
00:21:51: Also es ist wie so ein Self-fulfilling Prophecy Mechanismus also eine selbst erfüllende Prophezeiung, dass wenn ich denke mit Männern werde ich weniger gute Therapien haben Die werden sich weniger öffnen, dann werde ich auch weniger gute Verläufe am Ende hinkriegen.
00:22:06: Das heißt also hier ist wichtig dass die Therapeutinnen sich selber reflektieren wissen.
00:22:10: okay wenn das der Fall ist kann ich dir und die Schraube drehen und dann läuft es auch besser.
00:22:14: Ja
00:22:15: sehr spannend.
00:22:16: vielleicht.
00:22:16: Frage an Sie beide Ich kenne jetzt persönlich Männer die sich zum Beispiel therapeutisch eher Frauen anvertrauen möchten aber da gibt es natürlich auch andere.
00:22:26: Gibt es dazu auch Forschung?
00:22:29: spielt das geschlecht?
00:22:30: der Therapeutin oder ist Therapeuten eine Rolle beim Therapierfolg?
00:22:36: Das ist in vielen Studien untersucht worden, da gibt es kein Effekt des Thera-poiten Geschlechtes.
00:22:42: Das heißt das ist nicht so dass Männer oder Frauen besser für Männer und Frauen sind.
00:22:47: Es geht vor allem um das Matching.
00:22:48: also hier geht's wirklich darum.
00:22:49: ich als Patient-Patient in Klient-Klientin sollte mir jemanden suchen, wo ich mich persönlich wohlfühle.
00:22:57: Wo ich mich fallen lassen kann und auch wirklich den Prozess in Gänze auch nutzen kann.
00:23:02: Und nicht durch die ganze Zeit mich irgendwie doch nicht so richtig wohl fühle.
00:23:07: Das ist, glaube ich der Hauptpunkt hier.
00:23:09: Kann
00:23:09: ich Ihnen noch eine Frage stellen?
00:23:11: Und zwar bei den ... twenty-fünf Prozent, die eher Frauen behandeln wollen.
00:23:15: von einem TherapeutenInnen waren das eher Männer oder Frauen oder gleich verteilt?
00:23:19: Das sind tendenziell ein bisschen mehr Frauen drin.
00:23:23: Danke für die Frage und danke für diese spannenden Einblicke in das Feld der Depressionen, und spezifisch bei Männern.
00:23:32: Und ihnen lang sie forschen zur Behandlung von psychischen Krankheiten und zu Präventionsmöglichkeiten.
00:23:39: ein Thema ist da unter anderem der Sport auch.
00:23:42: Inwiefern hilft Bewegung bei Depression?
00:23:47: Also Bewegungen sind mittlerweile in den Leitlinien von allen psychiatrischen Erkrankungen enthalten Und wir wissen, dass es ein ganz wichtiger Faktor ist in der Therapie.
00:23:58: Einerseits über körperliche Veränderungen aber auch die Selbstwirksamkeit, die dabei eine Rolle spielt und natürlich auch die Achtsamkeit das man sich mit dem was man eben gerade tut was man auch in anderen Therapiemethoden in der Psychotherapie selber auch anwendet eben beschäftigt, dass man sich fokussieren kann.
00:24:17: Dass in dem Moment eben grübeln zum Beispiel weniger wird und positive Erfahrungen wieder mehr werden die Offenheit wieder mehr wird.
00:24:24: Man weiß das hilft aber wie bringt man die Menschen die jetzt zb von einer Depression betroffen sind dann tatsächlich dazu eben auch rauszugehen sich zu bewegen.
00:24:36: ich stelle mir das noch schwierig vor.
00:24:39: Also wir sind daran in der Kooperation mit dem Department für Sport, in Basel auch neue Möglichkeiten zu finden.
00:24:47: Menschen zu motivieren zum Beispiel mit so Exergaming-Methoden oder eben auch eigenen Präferenzen die sie haben das kann Budo sein oder das kann Tanzen sein zum Beispiel.
00:24:58: Ich denke aber, wenn jemand nicht gerne Sport macht oder sich dabei nicht wohlfüllt, macht es auch keinen Sinn jeden quasi zu Sport zu verpflichten.
00:25:06: Der jetzt eine depressive Erkrankung hat das geht mehr ja auch darum was ist das was Menschen eben auch in Kontakt bringt wieder mit der Außenwelt?
00:25:15: Das kann auch Ergotherapie oder tiergestützte Therapie sein und das können natürlich vor allem auch Kontakte miteinander sein.
00:25:23: Gibt es beim Thema Bewegung geschlechterspezifische Unterschiede?
00:25:27: Tendenziell machen Männer mehr Sport.
00:25:29: Es ist allgemein so, dass es viele Risikofaktoren oder viele Resilienzfaktoren auch die zu Depressionen disponieren bei Frauen nicht so günstig ausfallen.
00:25:40: Das ist zum einen, dass sie eben weniger Sport machen, weniger ihre Hobbys pflegen, z.B.
00:25:45: auch weniger in Netzwerken sind also häufiger von sozialer Isolation betroffen sind dass sie häufiger Angehörige z.B.
00:25:53: pflegen oder in familiären sozialen Kontexten eben, die nachdem auch gefordert da sind und was ja auch ein Burnout- oder Depressions ... Faktor sein kann, weniger verdienen sich weniger proaktiv bewerben.
00:26:06: Das kommt natürlich in den anderen Punkt rein das es natürlich eben ein führend unterwieder ist.
00:26:11: einerseits ist man in der Falle wenn man eben sehr stark mit Status und mit dem beruflichen Kontext und Erfolg sich unterdrucksetzt.
00:26:18: andererseits wenn man natürlich Chancen nicht wahrnimmt oder eben tendenziell mehr überqualifiziertes weniger verdient usw.
00:26:26: Ist das natürlich auch etwas was auch jemandem zurückwerfen kann.
00:26:29: Insofern ergänzen sich natürlich auch diese Faktoren, das fand ich jetzt noch spannend zu
00:26:34: hören.".
00:26:34: Und deswegen ist es auch kontextabhängig?
00:26:35: Es geht wirklich darum wo stehe ich mit meiner Person oder so was?
00:26:38: Ich glaube, dass es genau da ist.
00:26:40: Was wäre denn wertvoll aus diesen Umständen jetzt mitzunehmen, auch aus der Perspektive einer Zuhörerin und eines
00:26:46: Zuhöres?".
00:26:49: Ich denke wahrscheinlich muss man einfach sehen, dass gerade bei Depressionen Männer vor allem dann depressiv werden.
00:26:56: Wenn im Kontext des Berufslebens das kann auch die Pensionierung sein Schritte nicht funktionieren und die Möglichkeit über Gefühle zu reden oder eben genau die Dinge, die Frauen dann wiederum belasten, mehr zu fokussieren.
00:27:12: Oder da mehr Energie zu investieren wahrscheinlich besser ist während bei Frauen vielleicht manchmal der proaktive Schritt zu einer Bewerbung oder auch das Grenzensetzen des Nein-Sagen Was sicher auch bei Frauen häufiger ist in Traumatisierungen da eben traumafokussierte Therapien stärker mit zu bedenken oder einzubeziehen.
00:27:34: Das wäre so die Message.
00:27:36: Ich denke auch, gerade bei Männern gibt es natürlich diesen Bereich des Beziehungsverlustes der beim Männern relativ stark wiegt und wo sie dann auch sehr häufig ins Witzidale Krisen reinkommen können wenn sich zum Beispiel eine Scheidung handelt viel häufiger als auch Frauen.
00:27:51: Da fällt bei den Männern auch sozial, viel öfters mehr weg weil über die Frauen sehr viel soziales Netzwerk auch gestaltet wird.
00:27:59: und da wird es ja oft gesagt Ja!
00:28:01: Die Männer müssen halt lernen untereinander bessere soziale Netzwerke zu bilden.
00:28:08: Ich
00:28:09: stimme dem zu.
00:28:10: Nichtsdestotrotz ist es nicht ganz einfach, weil bei Männern ist es oft so Action-Bass.
00:28:14: Also man macht über gemeinsame Erfahrungen und man geht zusammen Fußball spielen aber dann kommt man nicht auf diese Gefühlebene oder ich bräuchte Unterstützung da und dort.
00:28:22: Das andere ist auch schon sehr wichtig.
00:28:24: Und nichtsdestotsrotz wollen wir auch im Programm starten in Graz wo wir wirklich Männer in Gruppen auch anleiten mehr da sich zu betätigen und ein bisschen auch zu sagen okay wir machen was zusammen, wir gehen zusammen klettern, aber dann auch sagen Und wie geht es uns heute gerade?
00:28:40: Was sind die größten Probleme und wie können wir uns gegenseitig unterstützen, dass wir da wirklich auch aktiv Gruppen in die Welt rufen, die das unter guter psychotherapeutischer Leitung dann aber vielleicht mehr selbstorganisiert machen können.
00:28:52: Es gibt sehr viele Männergruppen heutzutage einige sehr viel machen gute Arbeit, aber es gibt auch sehr viele Bereiche wo dann Männer sich in diesen traditionellen Maskonitätsideologien selber noch perpetuieren und verstärken.
00:29:05: Und das ist dann wieder dysfunktional, und deswegen sage ich auch es sollte natürlich auch wirklich so ein Bereich sein wo man merkt hey hier versucht man aktiv solche dysfunktionalen Kreisläufe negativ sich selbst verstärkenden Kreisläufe auszuklären und zu sagen okay wo können wir denn gehen dass es besser wird?
00:29:20: Das ist wirklich auch im Hinblick auf die soziale Vernetzung von den Männern ganz wichtig weil sie da oftmals ein bisschen brach liegen.
00:29:27: Also, wo hilft es der mentalen Gesundheit?
00:29:31: Und ihnen lang sie forschen ja auch zu Ernährung und Psyche.
00:29:35: Also inwiefern Ernährungen einen positiven Effekt haben könnte.
00:29:40: was sind teile Erkenntnisse?
00:29:42: also wir haben lange bei uns eben diese Forschung der Hirn-Darm-Achse also wie dieser Darm-Bakteristin gibt ja tausendmal mehr Darmbakterien als Menschen auf der Welt und die versuchen alle uns gesundzuhalten.
00:29:56: Die Idee war, wie kommuniziert eigentlich der Darm mit dem Gehirn?
00:29:59: Da gibt es ganz viele Wege.
00:30:00: Das kann der Vargus-Nerv sein, den man auch stimulieren kann in der Therapie.
00:30:05: Das können Hormone sein, Leptin und Grillin.
00:30:08: Es kann aber die Darmbackterienwelt sein.
00:30:11: Und sie ändert sich sehr stark mit der Ernährung.
00:30:14: Wir sind am Anfang der Forschung, welche Art da wirklich am besten ist oder am stärksten wirkt.
00:30:21: Es ist so, dass wir im Moment eine Studie machen mit der Ketogenenernährung.
00:30:25: Es gibt aber auch einige Untersuchungen, dass mediterrane Ernährung das Risiko für Depressionen verringert und auch bei Depressionen direkt hilft.
00:30:34: Aber es ist noch lange nicht soweit.
00:30:36: die Erkenntnisse wie beim Sport zum Beispiel, dass man wirklich sagen kann, wie stark wirkt eine Ernährungsumstellung?
00:30:41: Und wie viel kann man damit auch wirklich bewirken in der Therapie?
00:30:45: Was wir gemacht haben war, Probiotika eingesetzt haben.
00:30:49: Also das sind positive Bakterien, die helfen dass es weniger Entzündungen gibt und die helfen auch dass Menschen weniger Ängste zum Beispiel haben Dinge positiver wahrnehmen auch.
00:31:01: Und mit diesem Probiotic haben wir eben gesehen dass bei Menschen die schwere Depressionen haben Wenn man die zusätzlich zu Antidepressiva nimmt eben die Depression schneller besser wird und auch Das da Mikrobiom sich dann quasi zum positiven hin wieder verändert.
00:31:16: Würden Sie empfehlen, solche Probiotika auch präventiv zu nehmen?
00:31:20: Nein das würde ich nicht empfehle.
00:31:22: Ich denke dass es wichtiger ist wenn man über Prävention nachdenkt wirklich über Verhalten oder über das mentale Mindset nachzudenken als jetzt ein Pülverchen einzunehmen.
00:31:33: Aber im Punkt zur Ernährung ganz konkret sie haben die mediterrane Küche angesprochen.
00:31:38: was würden Sie da empfehler?
00:31:40: also Die bedeutet ja im Endeffekt, dass man eben weniger hochprozessierte Lebensmittel zum Beispiel zu sich nimmt mehr Nüsse oder Gemüse und Obst.
00:31:50: Mehr Fisch, weniger Fleisch ... Aber im Endefekt ist sie natürlich auch etwas was man zusammen isst also das man kocht und dass man etwas mit mehr Bewusstsein isst.
00:32:01: Und ich glaube deshalb ist es sicher auch ein Aspekt warum sie in so großen Kohorten einen positiven Effekt hat weil Menschen zusammen Mittag essen oder kochen Und damit natürlich dann auch, dass der soziale Aspekt eine Rolle spielt.
00:32:15: Ja und die Achtsamkeit Sie setzen in Ihrer Klinik auch?
00:32:21: Tiergestützte Therapie und psychologische Substanzen.
00:32:24: Ein.
00:32:25: für welche Patientinnen eignen sich denn solche Ansätze?
00:32:29: Also bei den psychedelischen Substanzen ist es so, dass wir angefangen hatten bei gesunden Menschen erst die Auswirkungen zum Beispiel von LSD eben zu erforschen.
00:32:39: der Felix Müller bei uns und Matthias Lichti von der Uni Basel haben da einige Untersuchungen gemacht dass eben die Empathiefähigkeit ansteigt und die Öffnung gegenüber anderen.
00:32:51: Man hat ein Transzendenzgefühl, man erlebt plötzlich verdrängte Emotionen wieder neu.
00:32:57: Das ist eigentlich das was man beobachten kann, das ist auch das was die Patientinnen uns berichten, dass man emotional belastende Erlebnisse plötzlich wieder neu sortieren kann weil aufgearbeitet hat.
00:33:10: Ganz wichtig ist dabei bei der Psychedelikatherapie, dass man eben eine engmaschige psychotherapeutische Betreuung hat wo man dann auch eine ganz andere Chance hat in Kontakt zu kommen und eingesetzt werden sie im Moment bei einer großen Studie zur Depressionen aber auch bei Trauma-Volgestörungen zum Beispiel oder bei schweren Depressionen wo es eben keine anderen Form der Therapie gab die geholfen haben.
00:33:36: das sind die Einsatzgebiete.
00:33:39: Und machen die da auch geschlechtsspezifische Forschung?
00:33:42: Nein, da haben wir keine Unterschiede.
00:33:45: Also das geht jetzt erst mal um die Wirkung.
00:33:48: Wie stark ist die Wirkungen?
00:33:50: und perspektivisch kann man sich oder rettrospektiv gucken, das noch geschlext spezifisch vielleicht auszuwerten.
00:33:56: Aber erst einmal sind wir froh, wenn wir verstehen wie sie ungefähr wirken.
00:34:00: Aber es könnte ein wertvoller Aspekt sein!
00:34:04: Vielleicht kann ich da noch was dazu fügen.
00:34:07: Ich habe einen Mitarbeiter bei mir im Team, der sich sehr stark zum Beispiel jetzt auch mit der künstlichen Intelligenz innerhalb der Psychotherapie auseinandersetzt und das sehen wir auch weil Männer halt so ein bisschen Technologie auf ihnen manchmal sein sollen.
00:34:19: Und jetzt kann ich den Typen zu bedienen.
00:34:23: Da sprechen wir Männer sehr gut an.
00:34:25: damit also das heißt auch wenn wir zb Blended Care, also kombinierte Therapie mit künstlichen Intelligenz.
00:34:32: Aber man sieht zum Beispiel auch noch einen Therapeuten von Zeit zu Zeit.
00:34:37: Das sind Ideen wo wir merken dass das sprechen Männer sehr gut an und da können wir vielleicht ein bisschen mehr Outreach und auch ein bisschen höhere Therapieaufnahme raten.
00:34:48: dann generell, das heißt Männer mehr in die Therapie holen.
00:34:50: Wenn sie merken hat ja gibt es wirklich noch einen Technologibus und was kann mir jetzt hier die Maschine helfen wo dann vielleicht der Mensch noch unterstützend dazu kommt?
00:34:57: aber ich muss mich vielleicht zuerst nicht mal einem Menschen öffnen sondern ich kann es auch erst bei einer Maschine probieren und dann gucken wir wie sich so anfühlt.
00:35:06: Maschinen können auch eine Herausforderung sein, gerade in der aktuellen Welt.
00:35:10: Ich möchte zum Schluss noch ein bisschen zu generellen Tipps, was wir alle machen können für unsere mentale Gesundheit gehen und dazu gleich noch eine Frage eines Zuhörers.
00:35:21: Wie blieb ich als normaler Mensch in einer Welt, wo alles so schnell geht mit künstlicher Intelligenz?
00:35:28: Mit Krieg?
00:35:29: Alles
00:35:29: auf uns einbrassen?
00:35:30: wie bliebe ich gesund?
00:35:32: Fragen Sie beide!
00:35:34: Ich denke wichtig ist, dass man es schafft sich auf das zu fokussieren was man gestalten kann oder das was einem persönlich wichtig ist und versucht die Medien und die Außenwelt die Dinge die man nicht so sehr beeinflussen kann etwas auszublenden.
00:35:50: Ja ich bin der absoluter Chor dieses Relativieren auch dieses ganzen Rauschens da draußen.
00:35:59: Was sind meine Wirkungsräume?
00:36:00: Ich glaube stimmt Ihnen einfach komplett zu Frau Lang Und ich finde das auch mit meinen Patienten immer sehr wichtig.
00:36:07: Also wenn so viel passiert da draußen, was kann ich zum Beispiel in meiner Familie machen?
00:36:12: Was kann ich in meine Arbeit machen und was kann Ich mit meinen Freunden tun, was mir gut tut und auch länger wichtig so bleibt.
00:36:18: Haben Sie dann noch ganz konkrete Tipps für den eigenen Alltag?
00:36:23: Also Freundschaften pflegen es sich ja etwas.
00:36:25: zwei bis drei Freunde zu haben die man immer wieder sieht also live sieht nicht jetzt online.
00:36:31: Freunde ist sicher etwas, was wichtig ist und sich auch gezielt Zeit nehmen für Dinge die einem Freude machen.
00:36:39: Das können auch Hobbys sein zum Beispiel oder Kontakt mit der Natur.
00:36:43: Und da gibt es aber auch Patienten, die zum Beispiel weniger dieses Soziale brauchen Sinn Erfüllung finden, also meaning and purpose in life und ich glaube das ist auch etwas wenn man das für sich gefunden hat.
00:36:58: Wenn es jetzt irgendwie der Schriftsteller ist er da so Freude hat sein Roman fertig zu schreiben oder irgendwie eine neue Snooker Variante spielen möchte dass man sich auch wirklich dahinein geben kann und sich die Erfühlungen holen kann und dir Freude holen können, die es braucht.
00:37:13: Also wo sind meine Wo ist meine Passion?
00:37:17: und was treibt mich auch an?
00:37:19: Was gibt mir Energie, dass man dorthin geht.
00:37:21: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten auch je nach Person, was zu einem passt und was einem helfen könnte.
00:37:27: Wo würden Sie sagen braucht das unbedingt noch Forschung in der Gendermedizin punktu mentale Gesundheit.
00:37:36: Ich glaube Gender-sensible Therapien ist ganz wichtig.
00:37:39: Sie haben vorhin die Traumatisierung angesprochen, also dass man da vielleicht auch für Frauen gender-sensiblere Traumatherapie noch gestaltet.
00:37:50: Bei Männern gibt es eben auch im Hinblick auf Substanzkonsumstürungen und auch ganz viel Bedarf.
00:37:55: Also ich glaube wir müssen da wirklich in den Hinblick Präzisionspsychotherapien, aber auch Pharmakotherapien.
00:38:03: Wir arbeiten eben auch mit Testosterongabe, aber wir sind jetzt auch daran, mit Oxidozin weiterzuarbeiten bei meinen Umfälligkeiten die Bindungsmöglichkeiten zu erweitern, dass man wirklich sagt was können wir für biologisch XY und XX chromosome Personen auf der pharmakologischen Ebene oder auch auf der psychotherapeutischen Ebne?
00:38:28: besser anbieten.
00:38:30: Das würde ich auch unterstützen, ich denke gerade bei Frauen weiß man ja gewisse Erkrankungen kommen in der Menopause.
00:38:36: also zum Beispiel gibt es eine späte Psychose in der menopause oder auch depressionen Schlafstörungen.
00:38:42: dann gibt's zwanzig Prozent der frauendienige Burt und hinter sich haben haben psychiatrische psychische Konsequenzen Postpartale Depressionen zum Beispiel oder auch Psychosen.
00:38:52: Das ist die häufigste Geburtskomplikation, da müsste man mehr darüber sprechen und ich denke auch dass man da wirklich noch gezielter Therapiemöglichkeiten gerade wenn Erkrankungen eben solche Ursachen haben und vielleicht andere Therapie Möglichkeiten etablieren könnte.
00:39:10: Zum Schluss dürfen Sie noch je einen gender spezifischen Wunsch äußern was würden sie sich in Bezug auf mentale Gesundheit von Männern wünschen?
00:39:22: Ich glaube, dass so dieser Mythos von man könnte jen wie Schlafen der Hunde wecken abgelegt wird.
00:39:29: Und wenn man merkt, man hat einen Vater ein Bruder ein Ehemann ein Sohn, der irgendwie sich nicht mehr so verhält, wenn man es kennt von ihm, der bisschen anders wirkt und man macht sich Sorgen auf ihn zugehen, fragen was ist los.
00:39:41: Ich hab das Gefühl es hat sich irgendwas verändert bei dir.
00:39:44: ich bin immer da um zu reden du kannst immer zu mir kommen und wir schaffen das zusammen auch so dieses Wir-Gefühl.
00:39:50: Es ist immer noch so dass wir Männer ein bisschen mehr abholen müssen.
00:39:53: darüber haben wir jetzt intensiv gesprochen.
00:39:55: Das wird einfach sagen wir gehen auf die Männer mehr zu.
00:40:01: Was würden sie sich von Frauen wünschen?
00:40:05: dass sie manchmal vielleicht proaktiver sind.
00:40:08: Man muss ja auch ermutigen, denke ich, manchmal zum Beispiel Karriere-Schritte zu machen oder Grenzen zu setzen oder auch Situationen zu verlassen z.B.
00:40:18: Ich danke Ihnen beiden sehr herzlich für dieses unglaublich spannende und auch schöne Gespräch und Ihnen lang und Andreas Walter Danke für das Teilen Ihres Wistens und dass Sie hier zu Gast waren im Podcast.
00:40:33: Vielen Dank.
00:40:34: Vielen Dank
00:40:35: Ja, in der nächsten Folge geht es dann um das Thema Kinderkriegen.
00:40:41: Da erleben Frauen und Männer physisch und psychisch nämlich ganz andere Dinge – und es werden ihnen andere Rollen zugeschrieben!
00:40:48: Wir beleuchten Ängste, Freuden, Herausforderungen und Bedürfnisse aus Mütter- und Väterperspektive und Fragen was braucht es?
00:40:57: Damit des Eltern von der Schwangerschaft bis zur und nach der Geburt auch medizinisch möglichst gutgeht?
00:41:05: Und wo braucht es noch Forschung?
00:41:07: Eure Fragen wie immer, gerne via Instagram.
00:41:10: Das Profil findet ihr in den Shownotes.
00:41:12: und zu guter Letzt dieser Wissens-Podcast ist nur möglich dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Filas Foundation.
00:41:20: Die Stiftung setzt sich ein für eine geschlechtersensible Medizin.
00:41:24: Danke fürs Zuhallosen und bis zum nächsten Mal wenn es um die kleinen und die ganz großen Kinder geht!
00:41:30: Tschüss Temme.
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