«Kinder kriegen – was Mütter und Väter Unterschiedliches brauchen» | Nicole Ochsenbein-Kölble & Ueli Kunz

Shownotes

Schwangerschaft, Geburt, ein Kind – kaum ein Lebensabschnitt kann Menschen so sehr verändern. Frauen und Männer erleben diese Phase körperlich und psychisch oft auf völlig unterschiedliche Weise und werden dabei mit Erwartungen und Rollenbildern konfrontiert.

Was passiert im Körper der Frau während der Schwangerschaft und wie lange braucht er danach, um sich zu erholen? Welche Risiken können auftreten und wo fehlt es noch an Forschung? Welche Fragen sollten sich Männer stellen, die Väter werden wollen? Etwa: Wie präsent will ich sein? Wie teilen wir Verantwortung von Anfang an?

In dieser Folge ist Journalistin und Host Bigna Silberschmidt im Gespräch mit Nicole Ochsenbein-Kölble, Klinikdirektorin der Klinik für Geburtshilfe am Universitätsspital Zürich, und Ueli Kunz, Leiter der Fachstelle Niudad und Väterbildner. Sie reden darüber, wie der weibliche Körper in der Schwangerschaft reagiert – und inwiefern auch das Alter eine Rolle spielt. Zudem zeigen sie, in welchem Spannungsfeld sich Väter heute bewegen und warum es für diese so wichtig ist, frühzeitig Unterstützung zu suchen und auch anzunehmen.

Ein Gespräch über körperliche Veränderungen, postpartale Depressionen, unausgesprochene Ängste, Rollenbilder – und darüber, was jede und jeder tun kann, damit Elternschaft leichter wird. Take Home Messages

  • Der weibliche Körper braucht nach der Geburt mindestens so viel Zeit zur Erholung, wie die Schwangerschaft gedauert hat.
  • Schwangerschaft ist ein Stresstest für den Körper: Risiken wie Schwangerschaftsvergiftung, Gestationsdiabetes oder Frühgeburt können auch aus heiterem Himmel auftreten. Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb entscheidend.
  • Väter stehen in einem Spannungsfeld zwischen dem traditionellen Bild des starken Ernährers und dem Wunsch nach involvierter, empathischer Vaterschaft. Dieses Widerspruchsfeld ist real – und es braucht Unterstützung, um damit umzugehen.
  • Viele werdende Väter haben Ängste und Sorgen, sprechen aber kaum darüber – weil «man stark sein muss». Wer sich frühzeitig mit anderen Vätern austauscht und Unterstützungsangebote nutzt, geht gestärkt in die Elternschaft.
  • Väter sollten sich von Beginn an als vollwertige Elternteile verstehen – nicht als Unterstützer, sondern als gleichwertig Verantwortliche. Frühe Kommunikation mit der Partnerin und dem Geburtsteam ist ein wichtiger Schritt.

Unterstützung und Angebote für Väter: www.niudad.ch

Habt ihr Fragen, die ihr Bigna Silberschmidt mitgeben wollt oder eine spannende Anekdote zu erzählen? Schreibt ihr auf Instagram: www.instagram.com/bignasilberschmidt oder schickt uns ein Mail an kontakt@uebergendermedizin.ch.

Dieser Wissenspodcast ist nur möglich dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Philas Foundation. Die Stiftung setzt sich ein für eine geschlechtersensible Medizin. www.philas-foundation.ch

Moderation und Redaktion: Bigna Silberschmidt Eine Produktion von FatzerImbach AG www.fatzerimbach.ch

Transkript anzeigen

00:00:00: Hoi miteinander, schön seid ihr dabei beim Podcast über Gendermedizin und warum sie das Leben von Frauen und Männern – und generell aller Menschen angenehmer macht.

00:00:11: Ja in der Medizin ist eine Ungleichbehandlung der Geschlechter oft gesünder.

00:00:16: Sie kann sogar Leben retten!

00:00:18: Mein Name ist Bina Silberschmidt, ich bin Journalistin und Host dieses Podcasts.

00:00:22: Und hole für euch Folge für Folge wissenschaftliche Antworten und praktische Tipps von Expertinnen und Experten etwa zu unterschieden bei Hormonen Schlafverhalten mentaler Gesundheit oder Schmerzempfinden.

00:00:37: auch immer dabei Fragen von euch.

00:00:41: in dieser Folge widmen wir uns dem Thema Kinderkriegen.

00:00:45: Da leben Frauen und Männer physisch und psychisch nämlich ganz andere Dinge.

00:00:50: Und es werden ihnen andere Rollen zugeschrieben!

00:00:54: Wir beleuchten Ängste, Herausforderungen und Bedürfnisse aus Mütter- und Väterperspektive und Fragen – was braucht es?

00:01:02: Damit das Eltern von der Schwangerschaft bis zur und nach der Geburt möglichst gut geht.

00:01:09: Und wo braucht es noch

00:01:11: Forschung?!

00:01:12: Ich freue mich sehr auf meine beiden Gäste, jemand mit medizinischem und jemand mit sozialpädagogischem Hintergrund.

00:01:21: Nicole Ochsenbein-Kölble, Kliniktirektorin der Klinik für Geburtshilfe am Universitätsspital Zürich – wo wir auch aufzeichnen dürfen!

00:01:30: Und Ueli Kunz, Leiter der Fachstelle NewDate die Väterbildung anbietet.

00:01:36: Schön?

00:01:36: Ziehen Sie weiter zu Gast im Podcast.

00:01:39: Danke vielmals.

00:01:42: Ja, Ueli Kunz.

00:01:43: Sie sind selber Vater von drei Kindern?

00:01:46: Ursprünglich Sozialpädagoge und sie leiten seit Anfang zuvonzehnzig NUDED, eine neu geschaffene Fachstelle von Männer.ch.

00:01:55: Sie haben zudem den Lehrgang Geschlechter reflektiert mit jungen Männern und Väterarbeiten abgeschlossen, leiten selber Kurse für Väter oder werdende Väter und sind Familienmediator.

00:02:07: Warum treibt sie die Thematik Vatersein so stark um?

00:02:12: Guten Tag!

00:02:13: Danke dass ich hier sein darf.

00:02:15: Warum treibt es mich so an?

00:02:17: Also sicher das eigene Vater sein und dann auch, dass die Väter wie noch zu wenig Unterstützung im Alltag erhalten.

00:02:26: Also darum auch die Fachsteller New Dad, der Vater sein heute... vollzieht sich in einem Spannungsfeld.

00:02:33: Also einerseits ist das traditionelle Männlichkeitsbild noch vorherrschend, so der Performeur, der Ernährer, der felsende Brandung oder der harte Kerl und gleichzeitig auch das Bild des neuen Vaters, so im Anführungszeichen ein empathisches Gegenüber die involvierte Vaterschaft sein Teil in der Kehrarbeit übernehmen, ein liebervolles Gegenüber für die Partnerin beiden Bilden zu entsprechen oder entsprechend zu wollen, er schafft eben einen Spannungsfeld weil das was nicht möglich ist.

00:03:08: Und dort bieten wir von der Fachstelle wie ein Unterstützungsangebot für die Wäter und Fätern muss ich mit der Frage des Vatersteins auseinanderzusetzen.

00:03:21: Also es ist jetzt ein relativ neues Angebot, das da geschaffen wurde?

00:03:26: Weil es offenbar vorher noch zu wenige Angebote gab wird das Angebot auch rege genutzt?

00:03:34: Es ist ja ein relativ neues Angebot.

00:03:36: Es gab vorhin auch schon Angebote für Väter und werdende Väter gerade in den Mütter- und Väterberatungen, in den verschiedenen Kantonen.

00:03:46: Aber jetzt gibt es dann auch die Seite NEWDAD, also newdad.ca.

00:03:51: Wir wünschen uns dass das die Plattform wird wo alle während dem Väter diese Seite besuchen Und dort haben wir letztes Jahr neuntausend unique Users verzeichnet Also Individuen die sie dieser Seite besucht haben.

00:04:08: Im letzten Jahr haben wir hier der sechste Kurs Angeboten in Geburtsvorbereitungskursen, wo wir etwa fünfhundertfünfzig Väter so erreicht haben.

00:04:20: Im Vergleich zu den Geburten, die bei ungefähr fünfhundsiebzig Tausend in der gesamten Schweiz sind ist es eher eine kleine Zahl.

00:04:29: Wir haben noch Potenzial oder auch die während dem Väter haben noch potenzial.

00:04:34: Sind da auch Fachpersonen ihre Zielgruppe bei den Kursen?

00:04:39: Die Kurse für die Werdenväter, wo wir die Berndenväter direkt ansprechen, dann bieten wir aber auch ein Beratungsangebot oder auch Weitbildungen für Fachpersonen.

00:04:52: Insbesondere aus der perinatalen Versorgung weil wir der Ansicht sind dass es wichtig ist, dass sich die Fachpersonen mit geschlechter reflektierter Arbeit auseinandersetzen.

00:05:05: Also auch mit dem eigenen Bild.

00:05:07: was für ein Familienbild habe ich, was für einen Bild von einem Vater und einer Mutter habe ich so und transportiere dieses Bild in der Beratung mit bewusst oder unbewusst.

00:05:17: Darum finden wir.

00:05:18: es ist wichtig sich damit auseinanderzusetzen.

00:05:22: Wenn wir bei diesen Bildern sind welche Väter kommen denn zu euch in die Kurse?

00:05:29: Das ist unterschiedlich.

00:05:30: Wir bieten Kurse in verschiedenen Kantonen an oder in verschiedenen Spitellen und Maternitäts- und wir haben auch Kurse nur für die Väter, es gibt wie die Geburtsvorbereitungskurse in den Spitälern und dort nehmen wir die Paare auseinander und bieten eine Väterrunde an so die dauert zwei Stunden Wenn die Anmeldung über die Wändenmütter läuft, also in diesen Geburtsvollbereitungskurschen erreichen wir eine breitere Gruppe an Väter.

00:06:01: In Gegenzug aber zum Vater-Crash-Kurschen, den wir anbieten, wo die Anmeldungen direkt über den Vater läuft sind die Väter homogenisch so.

00:06:13: Interessant!

00:06:15: Auch Sie haben Kinder?

00:06:17: Nicole Ochsenbein Kölblin?

00:06:19: Sie haben also wie Ueli Kunz auch eine Perspektive des Elternseins und eine umfassende Expertise aus klinischer Arbeit.

00:06:28: Und Forschung?

00:06:30: Nun, die Geburtshilfe war historisch ein von Männern geprägtes Fach.

00:06:36: Macht es einen Unterschied ob nun wie sie eine Frau eine Geburtzklinik leitet?

00:06:43: Danke für diese interessante Frage!

00:06:46: Ich glaube, dass unsere Klinik vorher schon sehr gut geführt war in ihrer Struktur und dem was man fachlich zu beten hat.

00:06:54: Es ist aber so wenn man als Frau eine Klinikum führt kommen einem andere Aspekte die man möglicherweise durch das Schwanger sein oder gewesen sein auch selbst erlebt Menschliche Körper oder der frauliche Körper, der verändert sich in der Schwangerschaft und Dinge ändern sich.

00:07:13: Und Sichtweisen ändern sich und ich glaube diesen Aspekt mitzubringen in eine Klinik oder in eine Geburtshilfe die verändern doch das eine oder das andere.

00:07:23: Was zum Beispiel?

00:07:25: Ja, also das erste was oder eines der ersten Dinge die ich angehen wollte ist dass man eine Form von natürliche Geburtsvorbereitung oder auch eine natürliche Form der Geburtseinleitung näher ins Gesichtsfeld der Frauen bringt.

00:07:42: Weil viele Frauen, wenn man schwanger ist, die wollen nicht mit Medikamenten eingeleitet werden.

00:07:47: Und klar das ist immer noch Standard und in manchen Situationen auch initiiert.

00:07:52: aber dass man die andere Sichtweise, die den Frauen wichtig ist einfach auch noch aufnimmt und nicht einfach so nebenher liegen lässt Das ist ein Gesichtspunkt der mir wichtig ist.

00:08:02: ja Ist

00:08:03: es auch ein gesellschaftliches vielleicht Bedürfnis?

00:08:06: Dass sich verändert hat?

00:08:08: Aus meiner Sicht ja, weil viele Frauen wollen auch natürlich gebären und nicht dauernd in einem Schicht nehmen jetzt das Wort Spannungsfeld nochmals auf.

00:08:18: In einem Feld stehen indem man durch den Arzt und durch das Eingreifen sozusagen in eine Geburt geht, sondern in dem ich sage jetzt auch bewusst die Hebamme im Lied ist als Frau.

00:08:33: Wobei es gibt ja natürlich jetzt auch männliche Hebammen.

00:08:35: Ich bin sehr vergleichberechtigung oder so.

00:08:38: Aber dass man diesen Aspekt einfach mehr noch mitberücksichtigt.

00:08:44: Wir haben jetzt schon so viele unterschiedliche Aspekte gehört.

00:08:48: Die Thematik Kinderkriegen ist eine sehr große und man könnte natürlich einen eigenen Podcast damit füllen!

00:08:55: Wir grenzen die Folge deshalb etwas ein, wir reden jetzt im Anschluss konkret über Eltern-und werdende Eltern also Fälle in denen eine Schwangerschaft stattfindet.

00:09:05: dann beleuchten wir die Phase während der Schwangersschaft und Geburt und wenn es reicht noch kurz die Phase wenn ein Baby.

00:09:15: Das ganze besprechen wir unter geschlechter spezifischen Aspekten und dazu nun wie immer ein paar Stimmen aus der Bevölkerung, was sie zu dieser Thematik beschäftigt.

00:09:27: Man weiss oder man liest mega viel so was alles passiert aber es ist schon krass wenn man die eigene Frau mit erläuft was den ganzen Körper leistet und macht.

00:09:37: das ist schon mega beeindruckend.

00:09:40: Das war alles

00:09:41: eine sehr

00:09:41: anstrengende Zeit.

00:09:42: Die Hormonumstellung,

00:09:44: die Wasserellagerungen

00:09:45: – das war nicht ein Piece of Cake und Geburt genau so.

00:09:51: Ich bin froh, was dabei gewesen ist.

00:09:53: Der Vater soll dabei sein auch für Sponding und um von Anfang an zu den Kindern aufzubauen, dass sie mit der Termine kommen, sich informieren können und sich genauso auf das Kind vorbereiten.

00:10:09: Ich habe eigentlich alles versucht zu machen, was ich in diesem

00:10:13: Sinn machen kann.

00:10:14: Also stille kann ich nicht.

00:10:16: Aber ich finde

00:10:16: es ist vielleicht gar

00:10:17: nicht unbedingt,

00:10:17: dass man sagt unterstützen soll und ich finde wir machen das zusammen.

00:10:20: Es ist wie entscheidend für uns beiden und ich find es genauso gleich meine Verantwortung als ihre.

00:10:26: Ja, es gibt also viele Gedanken rund um Rollenverteilung und Verantwortungsübernahme?

00:10:32: Die Gendermedizin beschäftigt sich ja auch mit soziokulturellen Aspekten.

00:10:37: Zuerst aber biologische Fragen, Nicole Ochsenbein Kölble der Körper der Frau.

00:10:42: Der verändert sich ja mit der Schwangerschaft und dem Kinderkriegen?

00:10:46: Wie verändert er sich?

00:10:48: Ein äußerlich wächst natürlich der Bauch im Verlauf der Schwangerschaft und man nimmt an Gewicht zu.

00:10:58: Anpassen.

00:11:00: Die Herzfrequenz verändert sich, man ist vielleicht immer am leichten Schocken.

00:11:06: also es sind schon Veränderungen die eine Frau ja in der Art oder auch in der Arzt sich dann vielleicht zu bewegen im Fall auf der Schwangerschaft verändern.

00:11:17: In der Schwangerschaft gibt es natürlich gewisse Risiken aber vielleicht auch Vorteile.

00:11:24: Riesigen, ja da könnte ich jetzt auch ein ganz genauer Podcast füllen.

00:11:28: Riesig in der Schwangerschaft!

00:11:32: Riesigan einer Schwangersachsvergiftung indem eine Frau einen hohen Blutdruck entwickelt und ein Zusatzkriterium auftritt was uns zur Diagnose bringt.

00:11:44: dafür haben wir leider noch keine Therapie sondern am Ende steht dann die Entbindung um das Beste für Mutter und Kind zu erreichen.

00:11:52: Es gibt Risiken eines Schwangerschaftsdiabetes, also die Schwangersschaft ist eine Belastung für den Körper und es wie ein Test.

00:12:03: Manche Frauen entwickeln einen Diabetes als eine Zuckerstoffwechselstörung in der Schwangershaft.

00:12:09: Es gibt aber auch die häufigsten Risiken.

00:12:11: sind das Risiko der Frühgeburt, dass Frauen vorzeitige Wehen entwickeln und eine Frühgebur droht.

00:12:17: Es gibt auch Blutungen in der Schwangerschaft, die nicht normal sind.

00:12:20: Also es gibt eine ganze Reihe an Komplikationen oder Risiken, die auftreten können, teilweise aus heiterem Himmel.

00:12:27: Und dazu gibt es Forschung?

00:12:30: Die Forschung

00:12:31: und auch die Medizin um dann die Risiken abzuwenden oder zu reduzieren.

00:12:37: Das ist am Schluss eben für Mutter und Kind.

00:12:39: Wobei ich immer betone, auch der Vater ist wichtig.

00:12:43: Am Schluss wirklich gut durch die Geburt geht!

00:12:47: ist

00:12:48: die körperliche Veränderung bei der Frau.

00:12:52: Ist das eine Phase oder kommt irgendwann quasi wieder in Anführungszeichen alte Zustand zurück?

00:13:00: Das war übrigens auch eine Frage, die sehr häufig gestellt wurde!

00:13:04: Ja

00:13:04: man hat ja aus den Medien immer die Mannekers, die nach der Geburt sofort wieder auf dem Laufstück stehen.

00:13:10: Aus der Erfahrung ist das durchaus etwas anders.

00:13:14: Man soll dem Körper dieselbe Zeit, die man schwanger war geben bis er sich wirklich wieder in der normalen Form befindet.

00:13:20: Das eine gute alte Weisheit der erfahrenen Hebammen und das stimmt immer noch.

00:13:27: Also man soll sich die Zeit geben und der Körper findet schon wieder zur alten Form zurück.

00:13:31: aber man soll es sich Zeit geben.

00:13:33: Ich habe es vorhin schon kurz angesprochen kann man sagen gibt es auch Vorteile wenn man das so nennen kann?

00:13:40: Man erlebt andere Umstände.

00:13:42: Das ist sehr wertvoll für einem selbst, weil man Dinge erlebt die man vielleicht nicht erwartet hätte während man vielleicht vor der Schwangerschaft ganz klare Vorstellungen hatte wie das Leben zu laufen hat.

00:13:53: Ist das in der Schwangenschaft plötzlich so dass sich das ein oder andere ändert und man eigentlich das gar nicht möchte oder sich immer noch gesund fühlt?

00:14:00: aber der Körper macht wehen?

00:14:01: Und man muss einfach langsam machen!

00:14:03: Das ist schon eine Erfahrung die wertvoll ist weil man flexibler im Geiste werden muss gezwungen wird, sich entsprechend anzupassen.

00:14:14: Wo die Forschung noch

00:14:15: nicht

00:14:15: so das Augenmerk darauf

00:14:16: hat ist bei den Männern – wir haben nach dazu eine Frage erhalten und ich spiele sie kurz vor!

00:14:33: Leider nicht viel, weil es eines Wissens zu wenig Forschung dazu gibt.

00:14:36: Die untersucht wurde wie sich das Gehirn verändert.

00:14:39: oder habe ich auch gelesen dass sich das gehirn der Frau verändert oder dass man auch von Muttertät redet so im Bezug auf Puppertät dass sich eben auch in der Schwangerschaft das hier noch einmal verändert?

00:14:54: aber beim Vaterjahr weiß ich das leider zu wenig genau.

00:14:58: Darum kann ich da wie nichts, nicht viel dazusagen außer den Wunsch dass es noch mehr Forschung in diesem Bereich geben sollte.

00:15:06: Weiß man hormonell etwas?

00:15:08: Hormonell weiß man und gibt es Forschungen dazu die sagen das das Oxytocin nach der Geburt wie erhöht ist.

00:15:18: also aber es braucht wieder Körperkontakt zum Kind, also Haut auf Haut Kontakt von Vater zu Kind um diesen biologischen Prozess im Gang zu setzen.

00:15:33: Im Gegensatz bei der Frau wo es automatisch passiert genau braucht das wie dieses Bonding so und genau das in Gang zu setzten Also

00:15:40: dass Oxytocin, das Bindungshormon.

00:15:44: aber wann würden sie eigentlich sagen Ueli Kuns Wann?

00:15:48: Und wie soll man sich mit dem Thema Vaterschaft als Mann auseinandersetzen?

00:15:53: Idealerweise bevor erzeugung und dass es ein gemeinsamer entscheidest wird, wir wollen älter werden so.

00:16:02: Und das damit nicht gemacht ist sondern sich auch schon während der Schwangerschaft, dass sich die Werdenväter schon Während der Schwangenschaft Gedanken machen was für einen Vater will ich sein?

00:16:15: Die Werdenväter von heute haben keine oder wenig Vorbilder wie bewusst Vaterschaft gelebt wird.

00:16:24: Ich glaube nicht, dass sich ihre Väter früh Gedanken gemacht haben.

00:16:30: was für ein Vater will ich sein.

00:16:31: Darum finde ich es genau sehr wichtig das schon möglichst früh zu machen.

00:16:35: und wie vorhin schon gesagt wurde bei der Frau sieht man die Veränderung also der Bauch wird größer Die wenden Mütter werden werden darauf angesprochen.

00:16:45: Bei den Vätern sieht man keine körperliche Veränderungen so und werden darum nicht angesprochen oder wenig.

00:16:54: Und darum kenne ich es sehr wichtig, sich möglichst früh Gedanken zu machen.

00:17:01: Also ich finde es kann wie nicht früh genug sein.

00:17:03: Sagen

00:17:04: Sie sich Gedanken machen?

00:17:05: Was würden sie konkret sagen?

00:17:07: sind Fragen die sich werdende Väter oder Männer die Väter werden möchten stellen sollten.

00:17:17: wie involviert oder welchen Teil in der Kehrarbeit will ich übernehmen?

00:17:22: Wie präsent will ich sein, wenn das Kind da ist.

00:17:26: In den ersten Wochen aber auch in den ersten Jahren und vielleicht auch eigentlich in der ganzen Kindheit- und Eltenchaft.

00:17:35: Wir wollen als Eltern die Kehrarbeit aufteilen, aber auch die Erwerbsarbeit aufteilern.

00:17:45: Wie wollen wir die Hausarbeit aufteilen?

00:17:47: Also diese ganzen Aufgaben, die zum Eltern sein dazu gehören.

00:17:55: Dass man sich möglichst früh gedankend sattzumacht und im Austausch ist mit dem anderen Elternteil.

00:18:02: Das finde ich enorm wichtig so!

00:18:04: Sich nicht die Gedanken nur für sich zu machen im Stellen Camberline sondern genau sich mit der Partnerin austauschen und auch mit anderen Vätern, mit anderen Männern weil Ich finde, dieser Austausch findet viel zu wenig statt.

00:18:19: So das Bild von Männlichkeit.

00:18:22: der Mann muss seine Probleme selber lösen und braucht keine Unterstützung.

00:18:28: Dieses Bild ist immer noch vorherrschend und aus dem quasi Auszubrechen so und eben in den Austauschs zu gehen, in Verbindung mit anderen Vätern und mit anderen Männern.

00:18:41: Das würde ich sehr empfehlen!

00:18:44: dort dann Fragen und Gefühle, Ängste auch anzusprechen.

00:18:49: Aber auch Freude während der Schwangerschaft und wenn das Kind da ist hochkommen.

00:18:58: Gewisse Studien zeigen...

00:19:01: dass

00:19:01: Familien stabiler sind, in denen sich der Vater ebenfalls stark engagiert.

00:19:07: Also Punkte die Sie jetzt angesprochen haben.

00:19:10: also bei diesen Studien wird von Heterofamilien mit Vater und Mutter ausgegangen.

00:19:14: können sie etwas über die Gründe dazu sagen?

00:19:18: Ich denke wenn ... Wenn der Vater zumindest einen Tag oder ein ich weiß nicht zwanzig, dreißig Prozent sag ich einfach mal eine oder einen Tag zu Hause ist Alleine für das Kind sorgen kann, weise er was es bedeutet alleine mit dem Kind zu Hause zu sein.

00:19:47: Und wenn wir jetzt diesem traditionellen Bild bleiben, wenn der Vater vielleicht achtzig Prozent arbeitet und die Mutter, keine Ahnung, vierzig Prozent einfach den größten Teil der Kehrarbeit übernimmt öfter zu Hause ist, alleine mit dem Kind.

00:20:04: Aber der Vater, das eben auch macht, kommt die beiden auf Augenhöhe.

00:20:08: Der Vater weiß was es bedeutet oder was die Mutter leistet und dann redet man vom Selben so und hat ein Verständnis füreinander.

00:20:17: Ich glaube, dass ist sicher ein Grund warum die Elternschaft stabiler ist.

00:20:22: Gemäß Studien entwickeln je nach Land, zehn bis zwanzig Prozent der Frauen während oder nach der Schwangerschaft eine Depression aber auch väter sind.

00:20:32: Davon betroffen.

00:20:33: rund zehn Prozent haben bereits während der Schwangenschaft depressive Symptome.

00:20:40: was haben Sie hier für Beispiele vielleicht aus der Praxis oder für Erfahrungen damit?

00:20:46: Also ich kann nur bestätigen dass die Zahlen so sind, wie Sie sie gerade beschrieben haben.

00:20:53: Wir gehen mittlerweile eben mit zehn vielleicht auch mehr Prozent an Depressionen bei Frauen aus.

00:21:00: Was wir wissen ist das Frauen dazu neigen wenn sie in der Vorgeschichte schon mal depressive Episoden hatten oder eben wenig Unterstützung erfahren, dass das Risikofaktoren sind, die dann das Risiko weiter erhöhen klinischen Erfahrungen.

00:21:18: Und wir weisen mittlerweile, also es ist vielleicht auch aufgrund dessen dass man sich bewusster mit dem Thema auseinandersetzt durchaus die Ehemänner darauf hin das ein Thema wird und zwar nicht erst in den ersten Tagen nach der Geburt sondern dann auch im ersten Jahr auftreten kann wenn man durch Schlafmangel, Schlafmangel ist eine Folter beispielsweise auch eher getrickert wird, in depressive Episoden zu verfallen.

00:21:48: Und wir bitten immer an dass die Frau aber auch der Ehemann sich bitte an uns oder eine Fachstelle wenden soll wenn sie Symptome merken das sie das einholt und dass das durchaus auch normal ist, dass man dann Unterstützung braucht.

00:22:04: Was sind Ängste und Unsicherheiten die Sie in Väterrunden zum Beispiel wahrnehmen?

00:22:11: kommen wir oder kommt meine Partnerin gut durch die Schwangerschaft und gesund, wird das Kind gesund sein.

00:22:20: Und können wie dann unsere Partnerschaft irgendwie ähnlich weiterführen?

00:22:25: Oder was macht das mit uns aus Paar?

00:22:27: Das ist sicher eine Angst.

00:22:31: Wäre ich gut genug für meine Partnerinnen oder auch für das Kind so wie als Vater und als Partner?

00:22:39: Es ist eine Sorge.

00:22:41: In den Väter unten wird wenig das Wort Angst in den Mund genommen.

00:22:46: So, also oft ist es ein Wort, dass ich dann brauche, so habe die Sorgen oder Ängste.

00:22:53: Die wenigsten Wetterväter nennen das Wort angst.

00:22:58: Weil man stark sein muss?

00:23:01: Genau, weil

00:23:02: man

00:23:03: alles lösen muss und dasselbe lösen darf keine Verletzlichkeit zeigen.

00:23:10: Also das im traditionellen Männlichkeitsbild.

00:23:13: Was kann der werdende Vater unter der Geburt machen für die Mutter?

00:23:19: So was eine Unterstützung anbieten und da kommt zum Teil auch die Frage, am liebsten hätten sie wie ein Raster so wenn A ist dann mach ich B oder also wie ein genaues Vorgehen, was natürlich bin nicht möglich ist.

00:23:35: Wäre das teilweise... Hilfreich?

00:23:37: oder wie erleben Sie das dann im Kreißsaal?

00:23:41: Was ist da erwünscht, was ist vielleicht gar nicht hilfreich.

00:23:46: Aus meiner Sicht ist es immer hilfreich wenn der Ehemann anwesend ist einfach zur Unterstützung oder einfach dabei sein miterleben auch wenn sie ja eigentlich nicht groß in der Phase irgendeinen Akt Tivismus zeigen müssen, aber allein das da sein und unterstützen ist glaube ich sehr hilfreich.

00:24:08: Und wir sehen natürlich vieles gibt Ehemänner die sind zwar dabei und lenken sich ab und dann gibt es Ehemäner diese Belastung auch nicht aushalten und selber etwas lautstarker werden um irgendwie Hilfe anzufordern in Schmerzebisoden.

00:24:30: Also da leben wir sehr viel.

00:24:33: Was zum Beispiel, also hat es da auch Veränderungen in der Entwicklung

00:24:36: gegeben?

00:24:37: Ja was aus unserer Sicht durchaus zugenommen hat ist auch dass man ich sage jetzt mal aggressiver uns den Personal gegenüber tritt weil man mit gewissen Situationen vielleicht einfach nicht gleich umgehen kann.

00:24:55: Das hat zugenommen.

00:24:56: Das haben wir früher nicht gleich erlebt, also in solchen Situationen sind wir manchmal durchaus auch froh wenn wir den Sicherheitsdienst dazu rufen können zum... Also diese Situation nicht ins Entgleisen zu bringen.

00:25:12: Warum denken Sie ja das so genommen?

00:25:14: Das ist eine gute Frage.

00:25:16: Warum hat das zugenommen?

00:25:17: Wenn man jetzt gesellschaftpolitisch mal sich umschaut, dann ist die Welt ja nicht stabiler geworden und auch die Belastungssituationen haben zugenomen Und dann in einer Situation zu sein, in der die eigene Frau an die Grenzen kommt.

00:25:35: Das ist nämlich ein Marathon mindestens eine Geburt.

00:25:39: Dann kann das schon dazu führen dass in der Gesamtsituation man manchmal möglicherweise mit dem auch gar nicht anders umgehen kann als mit Mechanismen die einem vielleicht naheliegend erscheinen.

00:25:53: Was raten Sie Männern?

00:25:55: Eben, Sie haben gesagt am liebsten hätten sie einen Punkteplan, dem Sie folgen können.

00:26:00: Wie gehen Sie in der Beratung damit um?

00:26:02: Es gibt auf der Seite Neudeit, es hat das ABC was Können Väter machen unter der Geburt?

00:26:10: und dort denke ich ist das oder ein Punkt, wie sicher dort empfehlen ist die Kommunikation also möglichst früh auch schon mit der Hebamme oder weltweit bei der Geburt auch dabei ist, das wie abzusprechen.

00:26:24: Oder auch mit der Partnerin abzusprechen.

00:26:28: was kann der Vater machen?

00:26:29: Was kann er an Unterstützung anbieten im Moment?

00:26:33: Mit dem Wissen darum dass es dann vielleicht unter der Geburnt anders läuft als wie vorbesprochen so diese Offenheit dort auch zu haben.

00:26:43: Was wir weiteren empfehlen Der Vater kann nur unterstützend sein, wenn er auch bei sich selbst ist.

00:26:51: Also sich auch eingestehen, dass man jetzt eine Pause braucht, auch wenn die Partnerin unter Schmerzen ist oder trotzdem vielleicht kurz rausgehen etwas trinken und keine Ahnung auf zehn zählen und wieder reinkommen einfach um wieder bei sich zu sein, um die Partnerinnen zu unterstützen so Und ich finde es spannend was sie gesagt haben aggressiver geworden ist, da war ich mir nicht bewusst.

00:27:20: Dort habe ich auch so das Bild von alles um die Kontrolle zu haben.

00:27:27: Dass sich quasi der Mann gewohnt ist, dass man alles unter Kontrolle hat und dort ist wie haben sie die Kontrollen nicht?

00:27:35: Also dürfen Sie sie auch nicht haben genau weil die Frau oder die Fachperson dort die Kontroller haben.

00:27:45: Ich glaube, ich war auch früh mit dem auseinanderzusetzen.

00:27:48: Da denke ich es ist ein wichtiger Aspekt.

00:27:51: Ich frage mich gerade – Ist das bei homosexuellen Paaren vielleicht anders?

00:27:57: Haben Sie hier zu Erfahrungen oder Beispiele?

00:28:01: Also wir haben das gelegentlich aber ich kann jetzt aus dem kein Muster erkennen dass das irgendwie jetzt anders wäre.

00:28:11: Nein, ich kann Ihnen glaube die Frage gar nicht groß beantworten.

00:28:15: Die Geburtenrate in der Schweiz ist auf einem historischen Tiefstand und Frauen kriegen heute tendenziell später Kinder.

00:28:24: das Durchschnittsalter liegt mittlerweile bei über einunddreißig Und die Geburt Häufigkeit bei Frauen zwischen fünf und dreißig ist inzwischen höher als bei fünfundzwanzig bis neunundzwanzighärigen.

00:28:40: Wie nehmen Sie diese Entwicklung in der Praxis wahr?

00:28:45: Das stimmt.

00:28:45: Die Frauen bekommen später ihre Kinder, auch das erste Kind.

00:28:50: bei uns ist es zum Beispiel so dass das Durchschnittsalter bereits bei thirty-four Jahren liegt und das erleben wir so wie sie an mich vorhin angesprochen auf Risikofaktoren das mit zunehmenden Alter die Risikophaktoren ansteigen Und auch die Kommunikationsrate ansteigt und wir mit dem in unserem Alltag tagtäglich natürlich konfrontiert sind.

00:29:16: Ist diese Zahl ab fünfunddreißig eine Risikoschwangerschaft, ist sie noch aktuell oder gab es da auch Anpassungen?

00:29:24: Die letzten Jahre?

00:29:26: Ja, also es gab natürlich diesbezüglich Anpassungen.

00:29:29: Dass man wenn es um Brennatale Diagnostik geht das viel offener beurteilt mit gezielteren Tests.

00:29:39: Der NIP-Test, dieser Noninvasive Prenatal Test, in dem man individuell beurteilt liegt durch dieses Screening ein erhöhtes Risiko vor Jahr neun.

00:29:50: Also auch mit dem Ultraschall, wo man gezielt nach Dingen suchen kann oder Auffälligkeiten suchen kann ist man viel individueller geworden als nur die rein fünf und dreißig Jahre zu nehmen.

00:30:02: Aber ein zunehmendes Alter wird einfach nicht junger spielt spielt trotzdem immer noch eine Rolle als Risikofaktor für Schwangerschaftskomplikationen.

00:30:13: Die meisten Schwangerschaffen über fünfunddreißig verlaufen aber trotzdem in der Regel gut, also in Anführungszeichen Gesundheit, Lebensstil, Vorerkrankungen, die spielen schon auch eine Rolle oder?

00:30:25: Ja ganz klar!

00:30:27: Man kann auch mit vierzig noch sehr gesund sein und mit zwanzig an die ganze Liste an Diagnosen mit sich bringen.

00:30:35: Das macht natürlich einen großen Einfluss und da ist die Kunst individuell hinzuschauen, dann auch entsprechend zu beraten oder zu begleiten.

00:30:44: Ich möchte bei der Thematik rund um die Geburt noch eine Frage von einer Zuhörerin einspielen.

00:31:01: Ja, Frage an Sie.

00:31:02: Sie können das medizinisch beantworten oder sozio-kulturell?

00:31:07: Ich muss schmunzeln genau auf ... Nein es ist natürlich nicht genetisch oder biologisch bedingt, sondern ich ... Oder aus meiner Perspektive, genau!

00:31:16: Ich denke dass die Eltern und die Welteneltern das so wie gelernt haben.

00:31:22: also wenn sie auch ihre eigenen Eltern zurückschauen werden viele erlebt haben, dass die Mutter zu Hause ist Und die Kehrarbeit übernimmt, und der Vater am Arbeiten war so.

00:31:34: Dieses Bild haben sie gelernt und tragen sie weiter.

00:31:38: Das ist dann automatisiert.

00:31:42: geht das wie weiter oder Frauen sind vielleicht eher in Berufen, die eben vorangeprägt sind wo es Ehren- und Kehrarbeit geht als jetzt die Männer und darum dann mehr übernehmen.

00:31:56: Ich finde dass es dort schon auch eben sehr wichtig ist, dass die Väter sich früh Gedanken machen wie sie ihre Vaterschaft leben wollen oder wie sie involviert sein wollen weil sonst dieser automatische Prozess in sich in Gang setzt und dann quasi wieder die Trettraditionalisierung passiert.

00:32:19: Wenn die Vater nicht in die Verantwortung gehen dort läuft die Gefahr das es eben so wie wieder weitergeht.

00:32:27: Ein gendermedizinisch relevantes Thema nach der Geburt ist das Stillen.

00:32:32: Welche Faktoren stehen hier aktuell gesellschaftlich im Zentrum?

00:32:37: Nicole Ochsenbein-Kölb, Sie werden ja lange Stiftungsräte in der Schweizerischen Stiftung zur Förderung des Stillens – was können sie dazu sagen?

00:32:45: Also Stillen ist natürlich etwas ganz Zentrales auch für die Bindung zum Kind und stillen an sich.

00:32:52: Das kann rein anatomisch momentan nur Die Mutter, wobei ich immer sage auch die Mutter braucht natürlich Entlastung und man kann auch abpumpen.

00:33:03: Und dann ist der Mann in der Verantwortung und kann eben das Stillen über diesen Weg übernehmen.

00:33:09: Von dem her hat sich das aus meiner Sicht auch gewandelt, indem die Männer durchaus Entlastungsfunktion aber auch Verantwortung übernehmen können und auch stillen können.

00:33:20: Man kann das Kind auch in den Arm nehmen und eben stillen Und das ist ein ganz zentraler Punkt, der, glaube ich, den man nicht vernachlässigen kann.

00:33:29: Weil auch dann entsteht Bindung.

00:33:32: Was gibt es hier für Angebote?

00:33:34: Für Väter?

00:33:36: Für die Zeit nach der Geburt?

00:33:37: Meines Wissens – Ich bin jetzt nicht ganz sicher – gibt es aber von der Stillfolterung auch einen quasi Prospekt so für was die Männer tun können oder was die Väter tun können um das stillen zu fördern also wie diesen diesen Prospekt sich zu hetzen, das wäre dann mal ein Teil.

00:33:57: Aber sonst Kurse oder Angebote so quasi nach der Geburt oder nach der Familiengrundungsphase gibt es wenige.

00:34:09: Es gibt noch einmal von den Mütter- und Väterberatungsstellen.

00:34:14: Gibt es Angebot?

00:34:15: Also gibt es auch Väter Berater.

00:34:17: zum Beispiel in Bären oder auch in Zürich weiß ich genau gibt es Väterberater.

00:34:23: Wir haben einen Fat-Retreat, den wir anbieten so ein täglicher Kurs für Väter um sich mit der Rolle als Vater, mit der Role als Mann und mit der rolle als Partner auseinanderzusetzen und auch dort immer wieder in den Austausch zu gehen mit anderen Vätern.

00:34:44: aber die Angebote kann man einer Hand abzählen.

00:34:48: so es ist genau gibt das nicht viele.

00:34:51: Ja, wir sind schon bald beim Schluss und damit auch beim Ausblick.

00:34:56: in welchen Bereichen würden Sie sich mehr gendermedizinische oder genderspezifische Forschung wünschen?

00:35:03: Neben Beratungsangeboten die jetzt gerade schon angesprochen wurden.

00:35:08: Also es geht nicht nur um die Geburt, sondern auch den Aspekt nach der Geburt.

00:35:14: Da bieten wir bereits eine Women's Heart Sprechstunde an.

00:35:19: Frau mit einer Schwangerschaftsergiftung, wir hatten vorhin das Risiko angesprochen, haben ein erhöhtes Risiko im Laufe ihres Lebens auch zur Kranken.

00:35:25: Wir wissen mittlerweile aufgrund der Gendermedizin, dass Frauen andere Symptome entwickeln und anders beurteilt werden sollten oder auch müssen.

00:35:34: Und in dem Bereich, glaube ich, müssen wir noch mehr das Augenmerk hinwenden damit nach der Geburt sozusagen die Frauen optimal betreut sind?

00:35:44: Ich wünsche mir doch, ich fände es gut wenn ... Es zu einer Selbstverständlichkeit wird, dass die Väter in den ganzen Prozess mit einbezogen werden.

00:35:56: Also das es oder noch mehr zu eine Selbstverständlichkeit wird.

00:36:01: Dass es wie quasi die Ausnahme ist wenn ein Vater in der Sprechstunde oder in einem nachgeburtlichen Untersuchung nicht dabei ist und so der Einbezug die Verantwortung der Väter, wie noch mehr gefordert oder gefördert wird.

00:36:26: So diese Selbstverständlichkeit.

00:36:29: Was wünschen Sie sich vonseiten Medizin?

00:36:32: Oder medizinischem Personal?

00:36:35: eigentlich dasselbe?

00:36:36: also ich kann mich nur wiederholen diese Selbstständigkeit und dieses geschlechter sensible Bewusstsein so das wenn nicht wir auch gut.

00:36:46: Also ich unterstütze das nur, weil ich sage immer die Geburt hat nicht nur das Ziel das Kind und die Mutter gesund durch die Gebur zu führen sondern auch den Vater.

00:36:57: Ich glaube dass ist ganz wichtig diese Grundhaltung Die Familie ist wichtig Und dazu gehört auch der Ehemann und nicht nur immer zur Frage wie geht es ihnen?

00:37:06: Sondern auch den Ehemannen einzubinden und fragen wie gehts Ihnen in gewissen Situationen?

00:37:11: Ich glaube das Bewusstsein muss sich ändern und dann kommt er schon gut.

00:37:15: Genau das habe ich übrigens auch schon von Hebammen im Wochenbett gehört, sodass wenn sie sich wie bewusst machen ok.

00:37:25: Ich muss den Vater auch fragen dass dann die Rückmeldung kam.

00:37:29: Sie sind die erste Person die mich fragt wie geht's mir?

00:37:32: So weil so der Fokus auf genau und nur mit dem einen Bezug oder eben diese Selbstverständlichkeit kommen wir irgendwann in eine gleichberechtigte Gesellschaft.

00:37:45: Was würden Sie sich davon von Männern wünschen?

00:37:49: Dass sie nicht darauf warten angesprochen zu werden, was wünscht sie sich?

00:37:56: oder wo könnten sie Verantwortung übernehmen.

00:37:59: Sondern dass sie sich von Anfang an selbst Gedanken machen welchen Teil möchte ich übernehmen natürlich in Absprache mit dem anderen älteren Teil aber beginn an verantwortlich zu fühlen und nicht darauf zu warten, was dann übrig bleibt.

00:38:18: Und was wünschen Sie sich von Frau?

00:38:20: Von Frau ... dass sie mutiger vielleicht auf den Ehemann zugeht und sagt hier jetzt stehst du!

00:38:27: Nein also ich glaube Kinder gehören beiden und beide sind in der Verantwortung und ich glaub man muss den gegenüber mit einbinden auch in die Verantwortung nehmen.

00:38:37: Den Führerschein Kinder kriegen gibt's noch nicht Aber ich glaube, das wäre etwas, wenn man als Frau auch den Mann vielleicht bewusster einbindet oder man anspricht.

00:38:50: Ich glaube, dass ist der erste Schritt.

00:38:53: Vielen herzlichen Dank für das sehr interessante Gespräch zum Thema Kinderkriegen aus geschlechter spezifischer Perspektive.

00:38:59: Danke für die spannenden Inputs und Anregungen Nicole Ochsenwein-Kölble und Ueli Kunz.

00:39:07: Danke vielmals!

00:39:08: Ja, die nächste Folge dreht sich um das Thema Schmerzen.

00:39:13: Wie intensiv erleben die unterschiedlichen Geschlechter-Schmerzen?

00:39:18: Gibt es Unterschiede in den Empfindungen?

00:39:21: Wer wird ernster genommen und was hat das für Auswirkungen auf die Medikation?

00:39:27: Inwiefern ist Schmerz?

00:39:28: nicht nur biologisch sondern auch sozial geprägt.

00:39:32: Darüber reden wir – ich freue mich!

00:39:34: Wenn ihr Fragen habt, schickt sie mir via Instagram oder Mail.

00:39:37: Die Profile sind in den Show-Notes verlinkt und auch verlinken wie euch die Anlaufstelle newdad.ch.

00:39:44: Und zu guter Letzt dieser Wissenspodcast ist nur möglich dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Philas Foundation – die Stiftung setzt sich ein für eine geschlechtersensible Medizin!

00:39:55: Danke fürs Zuhalloser und bis zum nächsten Mal hoffentlich möglichst schmerzfrei.

00:40:01: Tschüss, Temme.

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